Montag, 11. September 2017

Cape Reinga ganz im Norden

Der Ort, wo die Seelen der Toten den Absprung ins Jenseits machen, der Ort, wo Tasman Sea und Pazifik zusammentreffen, der Ort, der der nördlichste von ganz Neuseeland ist: das ist das Cape Reinga!

Das Cape Reinga ist für die Maori ein symbolischer und wichtiger Ort, weil sie glauben, dass dort die Seelen der Verstorbenen sich auf die Reise in die Vergangenheit machen. Aber auch für alle anderen ist das Cape Reinga ein ganz besonderer Punkt Neuseelands.

Es ist ein unglaublicher Anblick zu sehen, wie sich hier die Tasman Sea und der Pazifik ineinander vermischen. Aus dem Westen trifft die Tasman Sea auf den aus dem Osten kommenden Pazifik und es bilden sich viele weiße Schaumkronen. Man sieht förmlich, wie das Wasser durchmischt wird.
Die Wwoofing-Familie von Leonie und mir ist mit uns dort hingefahren, weil es wirklich ein Must-See-Punkt von Neuseeland ist. Wir sind fast drei Stunden zum Cape Reinga gefahren, zwischendurch waren viele Farmen zu sehen, entweder mit Kühen oder mit vereinzelt Schafen, später allerdings immer mehr.
Am Cape Reinga war es übrigens verdammt kalt. Ich war schon froh, dass ich mich auf der Farm noch entschieden hatte, viel anzuziehen. Somit hatte ich mich nach dem Zwiebelprinzip gekleidet und gefroren habe ich dann kaum noch.
Für alle, die sich fragen, was ich angezogen hatte: zwei Paar Socken, eine Leggins, eine Jeans, Top, Tshirt, Strickjacke, Sweatjacke, Doppeljacke, Schal, zwei Stirnbänder, Handschuhe. So ließ sich der eiskalte Wind dann auch aushalten 😉
 
Der interessanteste Punkt am Cape Reinga ist der Leuchtturm. Allerdings ist der nicht am schönsten, wenn man direkt davor steht, sondern eher, wenn man den kleinen Umweg macht und den Hügel besteigt. Von dort aus kann man wunderbar auf den Leuchtturm hinunterschauen und hat einen tollen Rundumblick.

Vom Cape Reinga aus ging es dann wieder zurück Richtung Süden. Einen wichtigen Stopp gab es allerdings noch – die Te Paki Sand Dunes. Die riesigen Dünen erstrecken sich mitten im Land und wenn man sich daran macht, diese zu besteigen, fühlt es sich an, als wäre man in der Wüste.


Wer mag, kann sich von einem Händler Sandboards ausleihen – Surfboards auf denen man bäuchlings die Dünen herunter rutschen kann. Da hatte ich bei dem inzwischen feuchten Nieselregen aber wenig Lust drauf, genauso wie die Kinder und Leonie und wir sind nur auf eine der Dünen hinaufgestiegen und dann wieder runter.
Auf dem Weg zu den Dünen hin und wieder zurück muss man einen kleinen Fluss überqueren. Gerade als ich meine Schuhe auf der anderen Seite wieder angezogen habe, kam plötzlich ein Bus herangefahren, der ohne zu verlangsamen geradewegs auf den Fluss zugefahren ist. Dann ein Spritzer und der Bus hatte den Fluss durchquert! Er war nämlich auf dem Weg zum 90-Miles-Beach, der zwar vielleicht 90 Kilometer lang ist, aber keine 90 Meilen! Uns blieb der Anblick dieses Strands leider verwehrt.
Einen kurzen Halt hat Paul dann noch am Hafen von Whangarora gemacht. Außer einer Muschelfarm gibt es dort aber nichts zu sehen, man verpasst also nichts, wenn man diesen kleinen Hafen auslässt.