Montag, 12. Februar 2018

Nelson Lakes 2.0 und an die Westküste



Nachdem ich letzte Woche meine Arbeit in dem Restaurant in Marahau beendet habe, habe ich mich am Donnerstag nach einer relativ spontanen Absprache ein paar Tage zuvor mit Sophia, die ich auf dem Campingplatz in Te Puke kennengelernt habe, in Nelson getroffen. Dort haben wir erstmal unsere Autos getankt und den Reifendruck geprüft und sind dann zu den Nelson Lakes gefahren.
Ja, ich war schonmal bei den Nelson Lakes, aber Sophia hatte die noch nicht gesehen und außerdem war bei meinem ersten Besuch das Wetter überhaupt nicht gut. Deswegen habe ich mich dann entschieden, noch einmal hin zu fahren. Von Nelson aus ist es auch wirklich nicht weit, nur etwas über einer Stunde.

Nelson Lakes, Lake Rotoiti
 An den Nelson Lakes haben wir die Wanderung auf den Mount Robert gemacht. Der Berg liegt direkt am Lake Rotoiti, einem der Nelson Lakes und bietet bei gutem Wetter eine fantastische Aussicht auf die Umgebung und natürlich auf den See. Und gutes Wetter hatten wir zum Glück. Die Sicht war klar, es war total warm und natürlich schien auch die Sonne!
Die Wanderung auf den Mount Robert hat uns wirklich sehr gut gefallen und war mit 2,5 Stunden und 9km mit vielen Fotostopps wirklich gut.

Mount Robert und Lake Rotoiti

Wir haben dann auf der Teetotal Campsite geschlafen, die ich auch schon von meinem ersten Besuch kannte und sind dann am nächsten Morgen an die Westküste, nach Westport gefahren.
Die Westküste haben wir uns dann komplett nach oben vor gearbeitet. Erstmal stand da der Charming Creek Walkway an, den wir aber nur bis zum Wasserfall und wieder zurück gemacht haben, weil es danach dann gleich zum Campingplatz ging. 

Charming Creek Walkway
 
Charming Creek Walkway

Und der Campingplatz war wirklich genial. „Gentle Annie“ wurde als drittbester Campingplatz Neuseelands gewählt – aus gutem Grund. Er liegt direkt am Meer, sodass man abends im Bett liegen und den Sonnenuntergang genießen kann. Dann ist es sehr sauber dort, es gibt kostenloses Wlan und einen gemütlichen Aufenthaltsraum, selbstgebackene Cookies und Desserts (vegan dark chocolate coconut pudding ist genial!) und das Beste: einen Pizzaofen!

Sonnenuntergang am Gentle Annie Beach

Gleich an unserem ersten Abend (wir sind insgesamt drei Nächte dort geblieben) haben wir uns Pizzateig selber gemacht und Pizza gebacken, die aus dem Steinofen doch ganz anders schmeckt als aus dem Backofen. Dass es dann eher Calzone geworden ist, ist leider unseren nicht allzu guten Pizzabäcker-Fähigkeiten zu verdanken 😉

Pizza oder Calzone?
 
Auf dem Gentle Annie Campground haben wir auch noch zwei Jungs, von denen wir einen ebenfalls aus Te Puke kannten, wieder getroffen und noch ein Lagerfeuer am Strand gemacht.
Der nächste Tag war dann unser aktiver Tag. Zuerst ging es nach Karamea zum Kohaihai Shelter, wo wir ein Stück auf dem Great Walk „Heaphy Track“ gewandert sind. 

Heaphy Track

Scotts Beach

Für uns ging es bis zum Scott´s Beach, wo wir aufgrund von Sandflies leider keine allzu lange Pause machen konnten, und dann wieder zurück, denn direkt danach sind wir zum Oparara Arch gefahren.

Oparara Arch

Zum Oparara Arch führt eine 16km one-way Gravel Road, also schon ein Erlebnis für sich bis man endlich mal da ist. Dafür lohnt sich die Fahrt aber. Der Oparara Arch ist ein natürlicher Felsbogen mit einer tunnelartigen Höhle darunter. Das Ganze sieht auf den Bildern klein aus, ist aber in echt enorm hoch und groß! Der Weg dorthin sind zwanzig Minuten pro Strecke. Wer mag, kann sich dort auch noch den Moria Gate Arch ansehen, ebenfalls ein Felsbogen, den wir aber ausgelassen haben – wir wollten noch weiter.
Unsere letzte Wanderung für den Tag war die zu den Fenian Caves. Die Fenian Caves sind drei Höhlen, die auf einem Rundweg miteinander verbunden sind. Sie liegen ein Stück oberhalb von Karamea und sind auf jeden Fall den Abstecher wert!

Als wir dort waren, haben wir uns erstmal in das „Intentions Book“ eingetragen, damit jeder Vorbeikommende weiß, wann wir gestartet sind, falls wir nicht zurück kommen sollten…. Dann ging es erstmal die 1,5 Stunden bis zu dem Beginn des Höhlenrundwegs – die ganze Zeit schön bergauf.
Die erste Höhle war dann schon wirklich beeindruckend. Ziemlich unscheinbar hinter den Bäumen und sehr verwachsen ist der Eingang bis man wirklich davor steht. Und dann ist die Höhle einfach enorm. Wir haben uns mit Taschen- und Kopflampe auf den Weg hinein gemacht und sind zwischen Tropfsteinen, Felsen und über einen kleinen Bach so weit geklettert, bis man nur noch hätte krabbeln können. Zwischendurch haben wir dann immer mal das Licht ausgemacht, um die Glühwürmchen an der Decke der Höhle zu bewundern. 

Tropfsteine in der ersten Höhle

Die zweite Höhle ist ein Tunnel. Sprich: wer reingeht muss durchgehen. Da hatten wir nicht allzu viel Lust drauf. Wir sind aber so weit geklettert, bis wir das andere Ende sehen konnten und sind dann wieder umgedreht. Hier waren die Tropfsteine viel dicker und teilweise noch nicht ganz fest geworden, sodass wir nicht nur einmal plötzlich in Matsch gegriffen haben, als wir Stein vermutet haben… 

Die Höhlen sind wirklich riesig...
 
Nach den beiden Höhlen reichte es dann auch und wir sind zurück zu den Autos und dann zurück zum Gentle Annie Campground gefahren um dort noch eine Nacht zu bleiben. Dass es danach noch eine Nacht mehr geworden ist, ist dem Regen zu verdanken. Zum Glück hatte der Campground da ein Angebot, dass man 6 Dollar spart, wenn man drei Nächte bleibt. 

Dann ging es aber endlich weiter – nach Westport. Ich habe dort ein Mädchen aus Köln mitgenommen, die eine günstige Mitfahrgelegenheit gesucht hatte. Gemeinsam mit ihr haben wir uns Westports Leuchtturm und die Tauranga Bay Seal Colony angeschaut, wobei ich in Erinnerung an die Seal Colony am Cape Palliser ein wenig enttäuscht war…

Findet die Robben....

Unser nächstes Etappenziel waren dann die Pancake Rocks in Puakaiki. Da habe ich auch das Mädchen im Hostel abgesetzt und Sophia und ich haben den Rundweg um die Felsen gemacht.


Die sind stufenartig aufgeschichtet, sodass sie wirklich wie gestapelte Pancakes aussehen, nur eben nicht so rund. 

Lecker, Pancakes!

Hier haben wir das erste Mal eine Spezies getroffen, die wir das letzte Mal wirklich aktiv in Auckland gesehen hatten – die Asiaten.
Unglaublich, wie die immer dort auftauchen, wo es touristisch aktiv ist…
Von den Pancake Rocks sind wir dann noch nach Greymouth gefahren zum Tanken und einkaufen und haben dann die Nacht auf dem Hof von einem Mann in der Nähe von Hokitika verbracht. Von dort aus geht es dann heute weiter – bleibt gespannt!