Sonntag, 12. November 2017

Drei Jobs, Zwei Autos und eine Erkenntnis

Der Post-Titel ist leider wahr: ich habe in den letzten Wochen leider einiges durchmachen müssen....
Los ging es mit dem ersten Job. Ich hatte ja gerade mein Auto gekauft, war auf dem Thornton Beach Holiday Park Campingplatz und hatte jeden Tag auf einer Kiwiplantage gearbeitet. 

Die Arbeit war anstrengend, aber immerhin wurden die 9 Stunden täglich bezahlt. Jeden Morgen oder Abend gab es dann von einem der Superviser eine SMS wo am nächsten Tag gearbeitet wird.

Tja und dann hat er sich einfach nicht mehr gemeldet. Auf mehrere Anrufe und SMS hin kam dann die Antwort, dass es keine Arbeit mehr gibt. Jedenfalls nicht in den nächsten drei bis vier Wochen...
Als nächstes kam dann das Problem mit dem Auto. Es war ein Mittwochabend, ich hatte mir gerade Nudeln gekocht und war am Essen, da kamen zwei Jungs vom Campingplatz zu mir. Zuerst dachte ich, das wäre nur ein schlechter Scherz, was sie mir erzählen wollen. 

Das war es leider nicht. Beim Parken hatten sie von hinten meinen inzwischen eine Woche alten roten Honda Odyssey gerammt. Die Hintertür war eingedrückt, der Stoßdämpfer stand ab, der Kofferraum schloss nicht mehr richtig, die eine Lampe war ein wenig gesplittet. Aber das Auto fuhr noch.

Den weiteren Verlauf der ganzen folgenden Ereignisse möchte ich mal außen vor lassen. Nach unzähligen Anrufen und Verhandlungen mit der Versicherung wurde mir keine Reparatur genehmigt, ich wurde stattdessen ausbezahlt und habe mir ein neues Auto gekauft. Innerhalb von dreieinhalb Wochen habe ich also nun schon zwei Autos! 

Da hatte ich übrigens unglaubliches Glück. Ich bin nämlich wieder nach Taupo gefahren zu dem Mann, der Autos umbaut und er hat mir zu einem Freundschaftspreis einen silbernen Honda Odyssey verkauft und mein Bett umgebaut. Am nächtsten Tag stand dann wieder Ummeldung und Versicherung an und jetzt bin ich mit meinem silbernen Flitzer von 1997 unterwegs ;)

In der Zwischenzeit habe ich dann auf einem Erdbeerfeld gearbeitet! 



Jeden Morgen ging es dann von 8 bis 11 Uhr bei jedem Wetter (an 4 von 7 Tagen Regen...) aufs Feld zum Pflücken. Gemeinsam mit einem einheimischen Mädchen und zwei tschechischen Backpacker habe ich gepflückt, meistens etwa 30 Eiscontainer. Gemeinsam sind wir täglich auf ca. 120kg Erdbeeren gekommen. 

Leider war das aber zu Beginn der Erdbeersaison und ich konnte nur 2-3 Stunden täglich arbeiten. Also hab ich weiter nach einem Job gesucht und bin letztendlich dafür nach Te Puke weiter gezogen.
Te Puke ist das selbsternannte 'Kiwifruit Capital of the world' was kein Wunder ist bei den vielen Orchards rund um die Kleinstadt. Nach der Vertragsunterzeichnung an einem Montag ging es dann am Dienstag gleich mit 11 Stunden Arbeit los. Die nächsten Tage dann meist 9 Stunden. Außer bei Regen, da wird die Arbeit immer abgebrochen.
 
Ich arbeite also wieder auf einer Kiwiplantage, aber hier ist es ganz anders. Die Arbeit ist organisiert, eine größere Firma beschäftigt die ganzen Backpacker, ich habe eine Superviserin, die streng aber trotzdem sehr nett ist und weiß jeden Tag, dass ich mindestens 8 Stunden arbeiten kann und das meist 7 Tage die Woche. Der perfekte Job also um Geld zum Reisen zu sparen.
Es ging also wirklich sehr chaotisch und schwierig bei mir zu und insbesondere in den vielen Stunden auf der Kiwiplantage, in denen man schweigend arbeitet, hat man viel zu viel Zeit um über viel zu viele Dinge nachzudenken. 

Eins habe ich aber aus meinen drei Jobs und zwei Autos gelernt: Neuseeland ist kein Zuckerschlecken. Es ist nicht bequem und immer schön. Neuseeland ist eine Herausforderung, an der man wachsen kann. Und niemand kommt so nach Deutschland zurück, wie er oder sie abgeflogen ist!