Donnerstag, 12. Oktober 2017

Auf ins Abenteuer - Beginn an den Huka Falls



Wunderbares Wetter, eine tolle Unterkunft und ab jetzt auch ein neuer Reisebegleiter haben meine letzten beiden Tage geprägt. Ich bin immer noch in Taupo, aber ab morgen geht es wirklich auf die Reise, denn mein neuer Reisebegleiter ist ein roter Honda Odyssey!!
Das wird aber erstmal die einzige Nachricht zu dem Auto sein, die ihr von mir bekommt, ich muss mich nämlich noch einen mein erstes eigenes Auto und gleichzeitig erstes eigenes Zuhause gewöhnen und es noch ganz einrichten 😉
 
Jedenfalls bin ich noch immer bei dem total netten Ehepaar, die Nacht im Wohnwagen war schön und warm. Weil ich noch auf das Auto warten musste, weil ich mich noch nicht ganz entschieden hatte, ob es der Odyssey in silber oder in rot werden sollte, habe ich den Vormittag genutzt, um die Huka Falls anzuschauen. 


Der Huka Falls ist ein Wasserfall etwa fünfzehn Minuten vom Zentrum von Taupo mit dem Auto entfernt im Waikato River und die meist besuchte natürliche Attraktion in Taupo. Der Fluss fließt oberhalb und unterhalb des Wasserfalls mit total klarem, blauem Wasser, sodass man in der Tiefe die Steine, Stöcker und alles was da noch so rumschwimmt, erkennen kann. Und dann kommt der Huka Falls, dieser gigantische Wasserfall, der unglaublich laut rauscht, das Wasser mit einer enormen Geschwindigkeit aufbrausen lässt und so viel Wasser transportiert, dass man in einer Minute damit fünf ganze Olympia-Schwimmbäder füllen könnte!


Der Wasserfall ist also wirklich riesig und total faszinierend. Ich hatte das Glück, morgens schon vor zehn Uhr morgens da zu sein, somit waren nur wenig andere Touristen dort. Weil ich noch keine anderen Pläne für den Tag hatte – ich musste ja nur warten – habe ich deswegen entschieden, ein wenig zu wandern. 

Von den Huka Falls aus führt eine Wander-/Mountainbike-Route bis zu den Aratiatia Rapids, die zu Fuß etwa zwei Stunden pro Strecke dauert. Eigentlich wollte ich das auch wandern. Uneigentlich habe ich mich nach einer Stunde auf eine schöne Bank gesetzt und die Aussicht genossen 😉 Weil die Sonne so angenehm warm war und der Ausblick auf die Wairakei Power Station, die direkt am Waikato River ist, hatte ich dann doch keine Lust mehr, weiterzugehen. 

Außerdem war meine Wanderung auch wirklich spontan gewesen, ich hatte also nur ein halbes Paket Oreo Kekse als Verpflegung mit und auch kein Wasser und keine Sonnencreme bei mir… Somit war es auch nicht schlimm, dass ich nach dieser einen Stunde wieder umgedreht bin. Wieder zurück kamen mir ziemlich viele Asiaten auf Mountainbikes entgegen. Etwa eine Viertelstunde später kamen sie wieder von hinten – einer erklärte mir, dass sie sich verfahren haben :D . Der Weg zurück war ebenso schön wie der Hinweg. Wie so ziemlich viele Wanderwege in Neuseeland war auch dieser ziemlich einfach, ohne Hindernisse, gut ausgeschildert und angenehm zu gehen. Am Wegrand blühen nun auch viele Bäume, ich habe Apfel- und Kirschbäume gesehen, und die Tuis sind wie verrückt am Töne imitieren. 



Wieder zurück am Huka Falls war schon richtig viel los. Ich hatte so ein Glück, dass ich morgens noch einen Parkplatz bekommen hatte! Inzwischen waren dort wirklich viele Touristen. Meistens natürlich Asiaten, die sowieso nicht lange bleiben und nur für zwei drei Selfies aus dem Auto springen 😉
 
Ich würde jedenfalls jedem empfehlen, sich wenigstens die zehn Minuten zu nehmen und zu einem etwas abgelegeneren Viewpoint zu gehen! Die Huka Falls sind einfach unglaublich, deswegen sollte man sich auch die Zeit nehmen, dieses Phänomen zu genießen!

Wer sich übrigens gefragt hat, wie dieser enorme Wasserfall zustande kommt: der Waikato River fließt ja durchs Land und ist normalerweise bis zu 100 Meter breit. An den Huka Falls, beziehungsweise allgemein um Taupo herum verschmälert sich sein Flussbett aber auf nur 15 Meter und passiert außerdem einen harten Felsvorsprung vulkanischer Herkunft und das führt dazu, dass viel Wasser durch diese schmale Schlucht gedrückt werden muss und sich der spektakuläre Wasserfall mit vielen Stromschnellen bildet. 



Diese Stromschnellen sind wahrscheinlich auch vom Wasserfall sehr eindrucksvoll, jedenfalls fährt mehrmals am Tag ein Jetboat dort vorbei und lässt die Mitfahrer ordentlich umherschaukeln 😉 Ich habe dem zum Glück nur beim Sitzen auf einem Felsvorsprung zugeschaut…

einmal schnell fährt das Jetboat vorbei...

... und ist gleich wieder verschwunden!

Es lohnt sich jedenfalls, die Huka Falls zu besichtigen und ich bin froh, noch einmal in Taupo gewesen zu sein – ansonsten hätte ich das wohl bisher mit am beeindruckendste Naturschauspiel wohl leider verpasst.