Samstag, 10. Februar 2018

Der Norden vom Süden



Immer noch in Marahau habe ich an einem meiner freien Tage einen Ausflug zum Farewell Spit gemacht. Farewell Spit ist die längste sandige Landzunge Neuseelands im Norden der Südinsel. Den Namen hat die Landzunge vom Kapitän James Cook bekommen, weil sie der letzte Punkt Neuseelands war, die er vor seinem Abschied nach England zu Gesicht bekam. Deswegen Farewell Spit.

Cape Farewell

Farewell Spit
Ich bin von Marahau aber erst nach Takaka gefahren, wo ich mir die Te Waikoropupu Springs angesehen habe. Diese Süßwasserquellen liegen ein kleines Stück außerhalb von Takaka und sind bisher wirklich eines der schönsten Naturschauspiele, das ich hier in Neuseeland gesehen habe. Die Quellen sind türkisblau, man kann bis auf den Grund sehen und die Bäume spiegeln sich in der Wasseroberfläche. So klares Wasser habe ich noch nie in meinem Leben vorher gesehen. Kein Wunder, dass die Quellen ein heiliger Ort für die Maori sind!


Die Quellen stoßen übrigens 14.000 Liter Wasser pro Sekunde aus – eine wirklich enorme Menge! Man kann dort einen etwa 1km langen Rundweg machen und so den Quellsee und die davon ausgehenden Bäche besichtigen – es lohnt sich!


Von dort aus bin ich dann zum Farewell Spit gefahren. Anstatt aber wie die meisten Leute am Strand entlang zu spazieren, habe ich auf Empfehlung einer Freundin den Hilltop Walk gemacht und bin vom Parkplatz am Farewell Spit zuerst zum Pillar Point Lighthouse gewandert. Der Weg dorthin führt über grüne Schafsweiden mit vielen Schafen und schönen Blicken auf das Meer.


Nach dem Pillar Point geht es ein Stück bergab, dann wieder über Hügel bis man schließlich das Cape Farewell, den nördlichsten Punkt der Südinsel erreicht. Dort habe ich Pelzrobben beobachten können, das Wetter war wunderschön und warm und es war wirklich einer der schönsten Punkte bisher auf der Südinsel für mich! Zurück ging es übrigens wieder den gleichen Weg, allerdings habe ich am Ende noch einen Abstecher zum Fossil Point Strand gemacht und war baden – eine super Abkühlung nach der heißen Wanderung! Die hat übrigens nur 3 Stunden gedauert, nicht, wie die
Schilder sagen 3 Stunden pro Strecke :D
Zurück ging es dann wieder über Takaka, auf dem Weg habe ich noch für ein paar Fotos gehalten...


Danach bin ich mit einem Stopp an einer Farm mit Wassermelonen und Tomaten und einmal Tanken in Motueka zurück nach Marahau gefahren, wo ich mich dann 3,5 Stunden dem Putzen und Aufräumen meines Autos gewidmet habe… Was sein muss, muss sein!

Sonntag, 4. Februar 2018

Endlich auf der Südinsel



Endlich auf der Südinsel. So lange habe ich mich auf die Südinsel gefreut und jetzt bin ich schon fast einen Monat da!
Nach meiner Zeit in Wellington bin ich mit der Fähre nach Picton gefahren. Die Überfahrt war anfangs ziemlich windig und kalt, später war es aber wirklich schön und insbesondere die Einfahrt nach Picton war wirklich eindrucksvoll. Man sieht die Marlborough Sounds, grüne Berge mit türkisblauem Meer, Segelboote und einsame Buchten – wirklich wunderbar!

ein Teil des Queen Charlotte Sounds
Picton selbst habe ich mir nicht angeschaut, weil ich noch den Mount Stokes besteigen wollte. Da bin ich auch die 4 Stunden gravel road hingefahren, habe dann aber auf halbem Weg den Berg rauf umgedreht, weil Wolken und Regen aufgezogen sind… So ein Pech…
Deswegen ging es dann erst eine Nacht auf einen gratis Campingplatz, dann nach Nelson, wo ich endlich einen Wasserfilter gekauft habe und dann zum Lake Rotoiti, einem der Nelson Lakes.


Dort wollte ich eigentlich zwei Tage verbringen, dann war dort aber Dauerregen und natürlich eine Horde Sandflies, sodass ich meine Pläne geändert habe und direkt nach Marahau gefahren bin.
Warum Marahau? Da hatte ich einen Work for Accomodation Job auf einem Campingplatz!
Marahau ist der Start vom Abel Tasman Great Walk, das Tor zum Abel Tasman National Park und ein süßes, kleines Dorf am Meer.
Der Campingplatz, auf dem ich gearbeitet habe, war ziemlich groß, direkt am Meer gelegen mit zwei Küchen, vielen Duschen, Trampolin, Sonnendeck und einem sehr gemütlichen Movieroom. Ich habe dort drei Wochen Housekeeping gemacht, also gemeinsam mit den ca. 10-12 anderen Backpackern habe ich die Betten in den Schlafsälen oder den Cabins gemacht, Küchen, Duschen und Klos geputzt und dann nach den drei Stunden Arbeit den Rest des Tages frei gehabt. Das war wirklich eine sehr entspannte Zeit – zumindest die erste Woche.
Da habe ich die Vormittage mit einem Spaziergang oder einer Joggingrunde verbracht, Nachmittags ging es dann mit den anderen bei gutem Wetter an den Strand und bei schlechtem Wetter in den Movieroom für einen Filmemarathon. Also kein allzu schlechtes Leben :D

Nach einer Woche habe ich dann aber einen Job gefunden! In Marahau gibt es nämlich drei Stellen, an denen man gut arbeiten kann. Einmal das Park Café, das direkt am Start des Great Walk liegt und zweimal in der Woche Live Musik spielt, dann The Fat Tui, einen Burger-Caravan und Hooked On, das etwas exklusivere Restaurant.
Meinen Job habe ich im Hooked On bekommen, als Dishwasher in der Küche. Sprich: ich haben den ganzen Abend von 16 bis 23 Uhr abgewaschen und danach noch die Küche geputzt. Allerdings nur für zwei Abende! Danach hat die eine Köchin mich „befördert“ und ich habe gelernt, die Desserts zuzubereiten, Salate zu machen, Muscheln vorzubereiten und allgemein ein wenig Gemüse zu schnippeln. Somit bin ich dann offiziell zur „Kitchenhand“ geworden 😊 Abwaschen muss ich trotzdem noch, aber zum Glück nicht mehr den ganzen Abend!
Jetzt arbeite ich schon seit fast drei Wochen bei Hooked, habe aber für Mittwoch gekündigt. Nicht, dass mir der Job nicht gefällt, aber so langsam zieht es mich weiter…
Trotzdem finde ich den Norden der Südinsel wirklich wunderschön! An einem meiner freien Tage habe ich im Abel Tasman Nationalpark eine Kayak-Tour gemacht.

Das war natürlich an dem heißesten Tag bei 30 Grad und prallem Sonnenschein… Morgens um 8 Uhr ging es von Marahau los, zuerst zum Apple Tree Bay, dann zu einem kleinen Strand mit einer Höhle, dann zur Seal Colony bei Adele Island und gelandet wurde dann am Observation Beach. Während die anderen Leute, die in meiner Kayak-Gruppe waren, das Wassertaxi zurück nach Marahau genommen haben, bin ich zurück nach Marahau gelaufen. Vorher war ich aber noch beim Cleopatras Pool und fast bis am Torrent Bay und habe mich dann zurück nach Marahau begeben.


Cleopatras Pools
An zwei weiteren Vormittagen, als ich schon nicht mehr auf dem Campingplatz gearbeitet habe, habe ich morgens das Wassertaxi in den Nationalpark genommen, bin einmal von Medlands Beach nach Anchorage gelaufen und einmal, nach einer ganzen Rundtour mit dem Wassertaxi, von Onetahuti nach Medlands Beach. Das war wirklich schön und eine tolle Vormittagsbeschäftigung ;)


Inzwischen habe ich auch den Campingplatz verlassen, bin aber noch in Marahau, nur campe ich jetzt neben dem Staff-House vom Restaurant 😉
Die nächsten Tage geht es dann also weiter… Ich halte euch auf dem Laufenden!

Donnerstag, 18. Januar 2018

Wellington - HelpX und Sightseeing

Nach meinem kleinen Roadtrip die Nordinsel runter hat es mich für ein paar Tage nach Wellington geführt. Da ich meine Fähre nämlich für den 9. Januar gebucht hatte, waren da noch ein paar Tage, die ich irgendwie "rumkriegen" musste.
Ursprünglich wollte ich deswegen couchsurfing machen, um einerseits eine kostenlose Unterkunft zu haben und andererseits neue Leute kennen zu lernen.
Leider hat sich auf meine vielen Anfragen niemand gemeldet, weswegen ich dann entschieden habe, einen HelpX-Platz zu finden.

HelpX ist so ähnlich wie Wwoofing, also Arbeit gegen Unterkunft und Essen bei Privatpersonen. Allerdings ist HelpX nicht zwingend auf einer Farm, sondern es kann sich dabei auch um Leute handeln, die einfach gerne Hilfe in der Küche, im Haus oder im Garten hätten.

das Cable Car mit Blick über Wellington

Auch hier habe ich mehreren Personen geschrieben und letztendlich eine Antwort von Peggy bekommen.
Peggy wohnt mit ihrem Sohn und ihrem Mann in Wellington in einem schönen kleinen Haus und brauchte Hilfe im Garten und in der Küche - also perfekt für mich.

Insgesamt habe ich jeden Tag etwa 2-3 Stunden gearbeitet, also beim Kochen geholfen, ein wenig aufgeräumt, Peggy´s Sohn beim Gitarre spielen unterstützt, den Gehweg von Gras befreit und einen Kräutergarten angelegt. Das alles hat mir viel Spaß gemacht und noch dazu war das Wetter bis auf einen Tag wirklich super!

Wenn ich dann nicht gerade gearbeitet habe, habe ich mir Wellington angeschaut - entweder alleine, oder gemeinsam mit meiner Gastfamilie.
Somit konnte ich auch mein Auto für ein paar Tage stehen lassen - was für ein schönes Gefühl!

Das Erste was ich in Wellington gesehen habe, war die Wind Turbine, eine einzelne Windmühle auf einem Hügel. Für mich war das wirklich lustig, weil man die in Norddeutschland ja überall sieht und hier sogar diese einzelne Windmühle mit vielen Infoschildern, Wegweisen und Wanderwegen dahin ausgestattet ist :)

Ansonsten habe ich mir jeden Tag ein bisschen was von der Stadt angesehen, je nachdem was die anderen so vorhatten, habe ich meine Erkundungen danach gerichtet.

So habe ich einen Spaziergang am Lyall Bay gemacht

war im Te Papa Museum, was für meinen Geschmack wirklich zu viel zeigt, was mit Krieg zu tun hat (Gallipoli, New Zealand Wars)

war in der Cuba Street, auf der Oriental Parade, bin an der Waterfront bis zum Mount Victoria gelaufen und dann durch die Stadt wieder zurück.

Cuba Street

An einem anderen Tag bin ich morgens zum Cable Car gejoggt, das ich dann genommen habe, um zu den Botanical Gardens zu fahren, wo ich dann spazieren war - wirklich wunderschön!

Auch außerhalb von Wellington habe ich mich umgeschaut - an einem Tag waren wir in Petone, haben den Dutch Shop besucht, wo ich mir Lakritze gekauft habe und waren danach am Hutt River spazieren, beziehungsweise ich war joggen. 

warten auf die Fähre nach Picton

Ich war also wirklich aktiv und erfolgreich in Wellington ;) Und dann ging auch schon meine Fähre auf die Südinsel!

Freitag, 12. Januar 2018

Abenteuer im Bay of Plenty

Ein freies Wochenende. Endlich. Ihr erinnert euch bestimmt, dass ich, als ich gearbeitet habe, teilweise Wochen mit bis zu 80 Stunden gemacht habe. Wie das ging? Nun ja, ich hatte einen ganzen Monat keinen einzigen freien Tag genommen... Deswegen waren die 1,5 Tage dann auch wirklich nötig!

Mein Boss hatte mir schon die ganze Zeit gesagt, ich solle mir mal frei nehmen, aber irgendwie hat es dann nie so gepasst und ich wusste nie, was ich denn dann mit einem freien Tag anfangen soll. Deswegen habe ich dann einfach wieder eine Woche durch gearbeitet.
Dann war aber plötzlich die Wettervorhersage für zwei aufeinander folgende Tage sehr gut und ich habe spontan daran gedacht, dass ich ja immer noch mal in Rotorua Rafting machen wollte.
Und das hab ich dann spontan auch gebucht.


Ebenfalls hatte ich mir vorgenommen, White Island zu besuchen und habe auch das dann einfach mal gebucht und gehofft, dass die Wettervorhersage gut bleibt.
Vor dem Rafting habe ich in Rotorua noch einige Einkäufe erledigt, dann bin ich zu Rotorua Rafting gefahren und um 15 Uhr ging es dann los.

Mit Schwimmwesten, Helmen und Neopren-Stiefeln saßen wir dann zu siebt in dem Boot und es ging die Stromschnellen runter.
Das war auch wirklich lustig, trotzdem hatte ich teilweise wirklich Angst, aus dem Boot zu fallen ;)
Das ist aber zum Glück auch bei dem 7-Meter-Wasserfall nicht passiert und es hat einfach total viel Spaß gemacht!


Noch dazu war das Wetter wirklich schön warm und ein Bad unter einem kleinen Wasserfall war wirklich erfrischend!


Nach dem Rafting bin ich dann direkt nach Whakatane gefahren, wo ich die Nacht auf einem Campingplatz verbracht habe, denn am nächsten Morgen musste ich schon im 7 Uhr am Office von White Island Tours sein.

Dort wurde eingecheckt, bezahlt und dann auf die beiden Boote verteilt, jeweils an die 30 Leute.
Das hat dann auch fast eine Stunde gedauert und um 8 Uhr haben wir endlich abgelegt.
Die Fahrt nach White Island war etwas wellig, viele haben sich übergeben und der Wind war ziemlich kalt. Dafür war die ganze Zeit blauer Himmel.
Etwa 1,5 Stunden hat die Fahrt zu der 50km entfernten Insel gedauert, die am Horizont immer größer und größer wurde.

Und dann haben wir angelegt. An der rauchenden, gelb-weiß-grau gefärbten Insel, die von wunderbar blauem Meer umgeben und auf einer Seite sogar bewaldet ist.
Mit einem Schlauchboot haben wir dann übergesetzt und dann zu Fuß eine etwa 1,5 stündige Tour über die Insel gemacht. 



Das war total faszinierend, denn so eine Landschaft habe ich wirklich noch nie gesehen. An vielen Stellen ist ein kochend heißer Bach, dann gibt es Hügel, die jederzeit in einen mudpool zusammen fallen könnten und natürlich auch Stellen, an denen der beißende, stinkende Schwefeldampf aus der Erde tritt. Da war ich dann echt froh, eine Gasmaske zu tragen...


Besonders schön fand ich auch den Krater mit dem Kratersee. Der hat verschiedene Farben und ist unglaublich sauer. 


Auf dem Rückweg zum Boot haben wir dann noch die alte Schwefelfabrik besichtigt, von der nur noch einige wenige Ruinen übrig sind. Unglaublich, dass unter diesen Umständen einmal Menschen gelebt und gearbeitet haben.... 




Zurück auf dem Boot bei deutlich weniger Seegang gab es dann ein kleines lunch und dann ging es zurück. Alle Passagiere haben dabei die ganze Zeit Ausschau nach Walen und Delfinen gehalten, die man laut der Tourguides oft sieht. 

Aber es kamen keine Meeressäuger an die Oberfläche und ich war schon echt enttäuscht, bis plötzlich an die 10 Delfine auftauchten und um das Boot herumgeschwommen und hochgesprungen sind!
Somit hatte sich auch dieser Ausflug für mich wirklich gelohnt! 



Wieder in Whakatane ging es dann gleich wieder zurück nach Te Puke zur Erdbeerfarm, wo ich dann, ganz nach alter Gewohnheit, noch bis 21 Uhr gearbeitet habe :p