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Dienstag, 26. September 2017

Ein German dish zum Abschied

Jede Zeit geht mal zu Ende – so auch unsere drei Wochen auf der Farm in Matauri Bay. In diesen drei Wochen haben wir viel gelernt, nicht nur was Farmfähigkeiten angeht, sondern auch Dinge fürs Leben.

In diesen drei Wochen haben wir nicht nur Kühe gemolken und Ställe ausgemistet, sondern fast den ganzen Haushalt für die Familie gemacht. Wir haben aufgeräumt, Fenster geputzt, Wäsche gewaschen, Staub gesaugt, Essen gekocht und Kuchen gebacken. Wir haben die Kinder zur Schule begleitet (Leonie sogar einen ganzen normalen Tag), ihnen die Lunchbox gepackt, ihnen Frühstück gemacht, mit ihnen gespielt und gelacht und wirklich in der Familie gelebt.

Genauso haben wir auch gelernt, gelassener zu sein. Einmal nicht aufzuräumen, über Flecken hinwegzusehen, den dauerhaft laufenden Fernseher zu ignorieren und einfach mal das ganze Deutsch-Sein ein wenig fallen zu lassen. Das ist nicht einfach, aber in großen Teilen ist es uns wohl gelungen.
Deswegen können wir wahrscheinlich auch sicher sagen, ja – wir werden unsere erste Wwoofing-Familie vermissen. Vielleicht nicht sofort und nicht die ganze Zeit, aber irgendwie wird uns die Zeit in der Familie wohl fehlen. Spätestens, wenn kein Baby ständig das Handy klauen möchte, kein Kartenspiel gespielt werden soll und wenn plötzlich alles so ordentlich bleibt, wie wir es gemacht haben 😉
 
Als Abschied von unserer Wwoofing-Familie haben wir ein German dish – ein deutsches Essen für sie gekocht. Das war der Wunsch der Kinder gewesen und gar nicht so einfach für uns. Was ist schließlich ein typisch deutsches Essen, abgesehen von Sauerkraut, Knödeln und Weißwurst? 
Letztendlich haben wir uns dann für einen Kartoffelsalat entschieden, gemeinsam mit Frankfurter, Ei und Laugenbrezeln, die gibt es in Neuseeland nämlich fast nirgendwo zu kaufen.
Wenn ihr auch mal ein typisch deutsches Essen kochen müsst, sind hier unsere Rezepte.

Für 1 große Schüssel (10 Portionen) Kartoffelsalat schlesischer Art braucht ihr:

2 kg Kartoffeln festkochend
1 Glas saure Gurken
1 Glas (500 g) Mayonnaise
450 g Würstchen (Lyoner)
Salz, Pfeffer

Den Kartoffelsalat bereitet ihr am besten schon einen Tag vor dem Verzehr zu, damit er ordentlich durchziehen kann und dann noch besser schmeckt.
Los geht es mit den Kartoffeln, die ihr gar kocht und dann abkühlen lasst. In der Zwischenzeit könnt ihr schon die Gurken in sehr (!) kleine Würfel schneiden. Klein heißt hier maximal 1mal1 Zentimeter groß. 

Als nächstes kocht ihr dann die Würstchen und schneidet sie auch in sehr kleine Stücke. Stellt euch einfach vor, ein Baby müsste den Kartoffelsalat essen - dann findet ihr schon die richtige Größe.
Sind die Kartoffeln abgekühlt, schneidet ihr auch sie in so kleine Würfel wie möglich. Am besten so klein wie die Gurken, aber so, dass sie gerade noch nicht matschen.
Die Gurke, die Würstchen und die Kartoffeln gebt ihr dann zusammen in eine große Schüssel und fügt die Mayonnaise hinzu. Dann wird alles umgerührt. Ist die Konsistenz zu fest, könnt ihr entweder noch etwas von dem Gurkenwasser oder noch etwas Mayonnaise hinzufügen.

Den Kartoffelsalat schmeckt ihr dann mit Salz und Pfeffer ab und lasst ihn einen Tag abgedeckt im Kühlschrank stehen.
Zu dem Kartoffelsalat gab es dann noch aufgewärmte Frankfurter Würstchen, ein Ei (8 Minuten) und Laugengebäck.


Das Rezept für das Laugengebäck findet ihr auf meinem Rezepteblog! Es ist nämlich sogar vegan 😊
Unser Abschiedsessen hat ausnahmsweise mal wirklich allen geschmeckt. Das war natürlich für uns wirklich ein schöner Abschluss und wir hoffen, dass wir der Familie damit nochmal eine Freude gemacht haben. 


Zum Abschied haben wir von ihnen auch kleine Neuseeland-Souvenirs bekommen – wir werden ihnen wohl auch ein wenig fehlen 😉
 
Morgen geht es dann (endlich!) weiter auf der Reise! Morgens fahren wir erst mit dem Bus nach Auckland, Leonie tauscht ein wenig von ihrem Gepäck und dann geht es mit einem anderen Bus nach Rotorua, wo wir eine Nacht bleiben werden und zum allerersten Mal Couchsurfen! Wir sind schon sehr gespannt, auch auf unsere Weiterreise nach Rotorua, worüber wir euch aber noch berichten werden 😊
 
Nach dem unendlich nervigen Packen schlafen wir jetzt noch die letzte Nacht in Matauri Bay und dann sind wir wieder auf Tour! Wir halten euch auf dem Laufenden, also bleibt dran und folgt uns auch gerne auf Instagram @caroleonie_in_nz
Eure Caro

Donnerstag, 21. September 2017

Herbstlicher Farmauflauf - ein richtiges Farmessen


Wer viel auf der Farm arbeitet, muss auch viel essen. Deswegen gibt es hier abends immer eine große, warme Mahlzeit, meistens mit viel Fleisch drin. Als Leonie und ich das erste Mal für die Familie gekocht haben, gab es Nudeln mit Hähnchen und Paprika – leider kam das nicht so gut an: die Kinder mögen Paprika überhaupt nicht und das Hähnchen war wohl auch nicht ganz das richtige Fleisch.
Als wir dann die Möglichkeit hatten, statt Nachmittags zu Melken, das Abendessen zu kochen, haben wir spontan überlegt, was denn ein einfaches aber sättigendes Essen wäre – so haben wir diesen Herbstlichen Würstchenauflauf entworfen!


In der Gefriertruhe hatten wir nämlich ein großes Paket mit Würstchen gefunden und einfach mal aufgetaut, außerdem waren noch Kürbis, Süßkartoffeln und Kartoffeln da und dann haben wir einfach nur noch alles zusammengerührt. Geschmeckt hat es übrigens allen richtig gut (außer dem Kleinkind, sie wollte nur die Würstchen essen) und Paul hat sich den Rest von unserem Auflauf als Frühstück reserviert 😉
Es spricht also alles dafür, dass wir mit unserem herbstlichen Würstchenauflauf den Geschmack getroffen haben!

Für 1 große Auflaufform Herbstlichen Würstchenauflauf (ca. 8 Portionen) braucht ihr:

2 große Süßkartoffeln
8 normalgroße Kartoffeln
¼ kleiner Blue Hubbard Kürbis
1 kg Bratwürstchen
250 ml Sahne
3 Eier
30 g Parmesan
300-400 g geriebener Käse (nach Geschmack)
Salz, Pfeffer, Basilikum

Zuerst müssen die Kartoffeln und die Süßkartoffeln nahezu weich gekocht werden. Ein ganz bisschen Biss sollte noch bleiben, schließlich wird der Auflauf ja noch gebacken. Auch der Kürbis muss weich werden, am besten wird er gegart, wenn ihr einen Siebtopf in den Kartoffeltopf hineinhängt und den Kürbis nur im Wasserdampf garen lässt. Der Kürbis wird wahrscheinlich auch als erstes fertig sein, er braucht wirklich nicht lange um gar zu werden.

Während das Gemüse noch gart, könnt ihr schon die Würstchen in der Pfanne anbraten. Natürlich könnt ihr sie – wenn ihr die Zeit habt – auch grillen, aber in der Pfanne geht es auch. Passt nur auf, dass der Rauchmelder dann ausgestellt ist 😉 Bei uns ist der plötzlich angesprungen und wollte nicht wieder ausgehen, bis wir einmal komplett durchgelüftet hatten :D Naja, irgendwann hat es dann zum Glück geklappt 😉
 
Sind die Würstchen fertig, müssen sie erstmal abkühlen. Auch die Kartoffeln, Süßkartoffeln und der Kürbis müssen erstmal abkühlen.
In der Zeit könnt ihr schon die Sahne und die Eier verquirlen und Pfeffer, Salz und das Basilikum dazugeben. 

Wenn das Gemüse abgekühlt wird, schneidet ihr es in kleine Stücke. Dafür halbiert ihr die Kartoffeln und die Süßkartoffeln und schneidet dann Scheiben davon ab. Zuerst legt ihr die Auflaufform dann auch mit Kartoffeln und Süßkartoffeln aus. Als nächstes schneidet ihr die Würstchen in Taler und legt eine Schicht auf die unterste Schicht. Die nächste Schicht im Auflauf ist der Kürbis. Den schält ihr, bevor ihr ihn ebenfalls in Scheiben schneidet und in der Form verteilt. 

Dann geht es wieder mit den Würstchen los, die verteilt ihr wieder in Talern in der Form. Für die letzte Schicht verteilt ihr den Rest der Kartoffeln und Süßkartoffeln in Scheiben auf den Würstchen. Wenn ihr noch Kürbis übrig habt, könnt ihr den auch dazu verteilen, passt aber auf, dass ihr nicht zu hoch schichtet. 

Zum Schluss gießt ihr die Sahne-Ei-Mischung über den Auflauf. Dann reibt ihr noch den Käse und verteilt ihn ganz oben auf dem Auflauf. Jetzt muss der herbstliche Würstchenauflauf für 20 Minuten bei 150°C Umluft in den Ofen und backen. Ist die Zeit um, verteilt ihr noch den Parmesan auf dem Auflauf, gebt den Auflauf noch einmal für 5 Minuten in den Ofen und dann ist euer herbstlicher Würstchenauflauf fertig!



Für alle, die sich fragen, was ich als Veganerin gegessen habe – unsere Auflaufform war so voll, dass wir noch Süßkartoffel, Kartoffeln und Kürbis übrig hatten, die waren mit gehackten Tomaten und etwas Pfeffer sehr lecker! Für alle anderen – probiert diesen herbstlichen Würstchenauflauf auf, er schmeckt scheinbar jedem gut!!

Samstag, 16. September 2017

Veganer Zebrakuchen - ein Wochenende auf der Farm

Eine ganze Woche auf "unserer" Dairy Farm ist wieder um! Bis auf Dienstag, als wir stattdessen einen Nachmittag freigemacht haben, waren wir jeden Nachmittag Melken, haben ansonsten viel aufgeräumt und gewaschen.

Den anstrengensten Teil der Woche hat das Ausmisten der Kälbchenställe eingenommen, da waren wir drei Vormittage beschäftigt. Außerdem war ich (Caro) auf einem Schulausflug, während Leonie Trecker gefahren ist. Unsere Woche war also keinesfalls langweilig, sodass wir uns das Wochenende wirklich verdient haben :)
Trotzdem heißt das nicht, dass wir nichts tun, deswegen haben wir für das Wochenende einen schönen und leckeren Kuchen gebacken! Der Kuchen ist natürlich vegan, da ich mich ja vegan ernähre und weil wir der Familie auch zeigen wollten, wie lecker veganes Essen ist ;)


Wenn ein Kuchen nicht nur lecker schmeckt, sondern auch noch hübsch aussieht, ist der gemütliche Sonntagnachmittag gesichert! Deswegen fiel die Entscheidung auch nicht schwer, einen Zebrakuchen zu backen, der durch sein inneres Muster – wie ein Zebra einfach jeden überzeugt!

Der Kuchen ist sehr einfach dafür, dass er später so gut aussieht und wer den Kuchen nicht kennt, wird überrascht sein, wie das tolle Muster entstanden ist 😉
 

Für 1 Zebrakuchen (Springform, 24 Zentimeter) braucht ihr:

4 cups Mehl
1 1/3 cups Zucker
4 El Kakaopulver
2 Tl Natron
150 ml Öl
2 El Essig
500 ml Wasser
Prise Salz


Für alle anderen, die lieber Gramm-Angaben statt Cups benutzen:

400 g Mehl
300 g Zucker
40 g Kakaopulver
2 Tl Natron
2 El Essig
150 ml Öl, z.B. Rapsöl oder Sonnenblumenöl
450 ml Mineralwasser
1,5 Tl Vanilleextrakt
2 Prisen Salz
Optional:
100 g Puderzucker
3 Tl Kakaopulver
Mineralwasser


Zuerst muss der Ofen auf 170°C vorgeheizt werden. Dann stellt ihr zwei Schüsseln für den Kuchen bereit und fettet schon einmal die Kuchenform ein.
Dann geht es mit dem Teig los. Ganz wichtig – ihr bereitet ihn in zwei Schüsseln zu!
Die trockenen Zutaten kommen zuerst, ihr gebt also in jede Schüssel 200g Mehl, 150 g Zucker, 1 Tl Natron und die Prise Salz. Dann gebt ihr in EINE der Schüsseln das Kakaopulver, das hier wird der dunkle Teig. In die andere Schüssel gebt ihr den Vanilleextrakt. 

Das Ganze könnt ihr jeweils schon einmal ordentlich durchmischen, dann geht es mit den anderen Zutaten weiter. Ihr gebt also in jede Schüssel 75ml Öl und 1 El Essig, dann muss wieder ordentlich verrührt werden. Zum Schluss kommt dann noch das Mineralwasser dazu, jeweils 225 ml. Wichtig ist, dass ihr den dunklen Teig zuerst anrührt und dann bei dem hellen eventuell weniger Mineralwasser dazugebt, damit die Konsistenz gleich ist. Dann muss natürlich wieder alles ordentlich durchgerührt werden, sodass ihr bei beiden einen schönen, glatten Teig habt. 

Dann muss natürlich noch das Zebramuster in den Kuchen kommen. Dafür müsst ihr den Teig nach und nach in die Backform geben. Ihr gebt also zuerst zwei Esslöffel hellen Teig in die Mitte der Backform, danach tropft ihr zwei Esslöffel dunklen Teig darauf. Als nächstes kommen wieder zwei Esslöffel vom hellen Teig, dann wieder zwei Esslöffel vom dunklen Teig. Und das alles so lange, bis der Teig alle ist. 

Der Kuchen kommt dann für ca. 45 Minuten in den Ofen. Ganz wichtig: macht die Stäbchenprobe!
Dann muss der Zebrakuchen nur noch abkühlen und ist dann fertig. 


Wer gerne noch eine Glasur haben möchte, so wie dieser Zebrakuchen hier eine hat, verrührt ihr einfach den Puderzucker mit dem Kakaopulver und gebt dann LANGSAM Mineralwasser dazu, sodass ihr eine streichfähige Masse bekommt. Passt auf, dass ihr nicht zu viel Mineralwasser nehmt, sonst müsst ihr wieder mit Zuckerguss auffüllen. Den Zuckerguss verteilt ihr gleichmäßig auf dem abgekühlten Kuchen und lasst das Ganze dann trocknen.


Schneidet ihr den Kuchen dann an, sieht man von der Innenseite das hübsche Zebramuster (hier war leider das Teigverhältnis nicht soo gut, weswegen man das Zebramuster nicht ganz so gut sieht). Der Kuchen wird garantiert jedem schmecken! Unserer Wwoofing-Familie hat er übrigens sehr gut geschmeckt!
Das Kleinkind war schneller fertig als alle anderen und hat nach mehr verlangt, Paul möchte, dass wir den Kuchen noch einmal backen und auch den anderen (und uns natürlich auch!) hat der Kuchen super geschmeckt :) Und das, obwohl wir Angst hatten, dass er fast verbrannt ist, deswegen war die Glasur eigentlich auch nur als Notlösung gedacht ;) Dadurch war der Kuchen aber nur noch besser.

Farmidylle mit leckerem Kuchen

Guten Appetit!
Eure Caro

Sonntag, 10. September 2017

Wwoofing auf der Dairy Farm - Freiwilligenarbeit in Northland


Nach unserer Woche in Auckland bei unserer deutschen Gastfamilie hat es uns weitergezogen. Natürlich war es schön in der Stadt, aber wir wollen ja noch viel von Neuseeland sehen! Weil wir schon wissen, dass wir ab Anfang Oktober in New Plymouth / Taranaki sein werden, wollten wir vorher schon den nördlichen Teil der Nordinsel bereisen, allerdings waren wir uns noch nicht ganz klar wie.

Über unseren Freund David haben wir erfahren, dass die Busverbindung mit dem InterCity Bus in Neuseeland ziemlich gut ist. Weil wir uns noch kein Auto kaufen wollten (viel zu kalt und erstmal zu teuer) haben wir uns dann den FlexiPass gekauft mit 35 Stunden Fahrtguthaben. So haben wir erst einmal genug Fahrzeit übrig, um auf der Nordinsel herumzureisen und selbst wenn später noch etwas übrig sein sollte, kann man die Stunden wieder verkaufen. 

Weil wir so allerdings nur eine Transportmöglichkeit hatten, haben wir auf Facebook in der Gruppe NZ Farming Jobs nach einer Wwoofing-Möglichkeit in Northland gesucht. Und schon bald hat sich Paul bei uns gemeldet. Er hat eine Dairy Farm in Northland mit 470 Kühen und etwa 80 Kälbern, 5 Schweinen und einem Hund. Mit seiner Familie, also seiner Frau und seinen drei Kindern wohnt er in der Nähe von Kerikeri – einer der Orte, den auch unser Bus anfährt.
Der Kontakt war von Anfang an gut, das Ziel gefiel uns auch und so haben wir uns ziemlich schnell entschieden, auf Pauls Farm zu kommen. 

Mit dem Bus sind wir mittags in Auckland losgefahren und dann nach 4 Stunden 40 Minuten in Kerikeri angekommen, wo Paul uns mit dem Auto abgeholt hat.
Auf dem Weg zu seiner Farm, die noch etwa eine halbe Stunde außerhalb liegt, hat er für uns noch jeweils ein Paar Gummistiefel im Warehouse und später noch ein paar Bier im Liquor Store auf dem Nachhauseweg gekauft. Dann ging es endlich zum Haus, wo wir schon von den Kindern aufgeregt begrüßt wurden. Kurz danach war auch schon das Abendessen fertig. Das ist nämlich die Abmachung beim Wwoofing – wir arbeiten jeden Tag ein paar Stunden (meistens bis zu vier) und bekommen dafür Unterkunft und Essen. 


An unserem ersten Morgen ging es dann auch gleich schon auf die Farm. Mit Pauls Frau Heather und der jüngsten Tochter sind wir mit einem kleinen Farmauto und einer Futtervorrichtung hinten dran die Kälber und Schweine füttern gefahren.



Als wir damit fertig waren, ging es erstmal wieder zurück ins Wohnhaus, wo wir Fenster geputzt und Wäsche gewaschen und aufgehängt haben. Glücklicherweise schien die Sonne und es war trocken, das ändert sich hier nämlich wirklich alle paar Minuten. 


In Northland kann man wirklich vier Jahreszeiten an einem Tag erleben. Morgens ist es meistens eiskalt und man möchte gar nicht aus dem Bett, während es über den Tag meistens aufklart und sonnig ist, oft aber mit starkem Wind und ab und an von mehr oder weniger starken Schauern unterbrochen. Was die Kleidung betrifft, kann man da wirklich nur mit dem Zwiebelprinzip warm und trocken bleiben…. Leider ist es auch im Haus ziemlich kalt, immerhin haben wir eine Heizung im Zimmer und drei Decken.

Auch an unserem zweiten Arbeitstag war das Wetter eher wechselhaft. Auf dem Weg zur Farm durfte Leonie das erste Mal in Neuseeland Auto fahren! Linksverkehr und Automatikwagen waren dann doch ganz aufregend – auf der Straße kam uns aber niemand entgegen 😊
 
Morgens ging es ans Zäune stecken, damit dies nicht am Wochenende erledigt werden muss und die Kühe trotzdem immer die Weide wechseln können. Dabei war es noch einigermaßen trocken, aber gerade als wir fertig waren, hat es wieder angefangen zu regnen – zum Glück nicht lange. Weil die Kühe noch auf die nächste Weide getrieben werden mussten, sind wir mit Paul dann im Farmauto noch über seine Felder gefahren und haben die Kuhherde von einem Feld auf das nächste getrieben.  


Nach dem Mittagessen war es dann endlich so weit – unser erstes Mal Melken stand an!! Von Heather hatten wir Overalls bekommen in pink und lila (pink natürlich für mich, weil Leonie das nicht mag :P ) und später auf der Farm gab es dann noch bodenlange Schürzen dazu. Erstmal haben wir uns natürlich gefragt, was daran so dreckig sein kann, aber nicht lange. 

Als die Kühe im Melkbereich immer mit 44 auf jeder Seite standen, ging es für uns dann los. Paul zeigte uns einmal kurz, wie es ging, dann mussten wir auch schon selber ran. Zuerst tritt man an die Kuh heran, streichelt ihren Euter, damit sie sich beruhigt und muss dann versuchen, die Sauger an den Zitzen zu befestigen. Das Problem dabei: ungefähr die Hälfte der Kühe tritt aus. Man darf sich also nicht zu weit vorbeugen, damit man nicht ins Gesicht getreten wird, andererseits muss man aber auch die Zitzen finden. Das ist gar nicht so einfach. Aber sind die Sauger erstmal angebracht, muss man sich erstmal keine Sorgen mehr machen.

Sobald die Euter leer sind, lösen sich die Sauger von den Eutern, dann muss man mit einem Spray die Euter besprühen, das, wie Paul erklärt hat, gut für die Haut der Kühe ist. Da war es dann wohl auch nicht so schlimm, das ich es am Anfang mit Wasser verwechselt habe und mir damit die Hände abgesprüht habe :D 

Sind die ersten 44 Kühe gemolken, geht es auf der anderen Seite mit dem Melken weiter. Sobald die Kühe gemolken sind, wird das Gatter wieder geöffnet, dass die Kühe wieder auf die Weide gehen können. Nicht selten hatte eine Kuh vorher das kleinere oder größere Geschäft zu erledigen – da war es wichtig, gut aufzupassen und schnell so weit wie möglich zur Seite zu springen.
Nach fast drei Stunden waren wir dann fertig – mit schönem Stallgeruch und Kuhscheiße anstelle von Conditioner in den Haaren…. #wiesoconditionerwenneskuhscheißegibt :D Zur Erklärung: Leonie hatte sich Conditioner statt Shampoo gekauft 😉
 
Tja, und dann war der Tag auch schon wieder vorbei und wir hatten uns unser freies Wochenende verdient. Den Abend über haben wir dann noch auf die Kinder aufgepasst, aber mit denen spielen wir sowieso immer wieder zwischendurch – die finden es ziemlich toll, zwei große Schwestern zu haben, die ihnen sogar das Frühstück machen und aufräumen. :D 

Wir werden auf jeden Fall noch zwei Wochen auf der Farm von Paul bleiben – mal sehen, was uns dann noch so erwartet, morgen geht es erstmal wieder zum Melken :D
Eure Caro