Freitag, 22. September 2017

Coromandel: Shakespeare Cliff und Hot Water Beach

Zu den schönsten Stränden und dem auch bei Einheimischen mit am beliebtesten Teil Neuseelands ging es dann für ein Wochenende mit unserer Wwoofing-Familie - nach Coromandel.


Die Coromandel-Peninsula liegt nordöstlich auf der Nordinsel und lockt vor allem durch die schönen Strände. Allerdings ist hier alles schon ziemlich kommerziell und touristisch geworden und man merkt den Städten an, dass hier im Sommer wohl ziemlich viel los ist.

Wohnen konnten wir hier bei den Eltern von Heather in Whitianga in einem schicken Haus mit einer tollen, warmen Dusche.
Nach einem wunderschönen morgendlichen Lauf an der Strandpromenade sind Heather und Paul mit Leonie, den Kindern und mir ein wenig herumgefahren und wir haben an verschiedenen Stellen für Fotos gehalten. Das Wetter war super und es wurde immer wärmer - der schönste Teil des Tages kündigte sich morgens gerade erst an.





Heather und Paul ließen uns dann an der Fähre von Whitianga nach Cooks Beach raus und wir setzten die etwa zwanzig Meter ans andere Ufer über. Geplant war dann, eine Wanderung zur Cathedral Cove, zum Shakespeare Cliff und noch zum Cooks Beach zu machen. Wie gesagt - geplant.



Auf der anderen Seite des Ufers haben wir erstmal einen Blick auf die Karte geworfen und festgestellt, dass es uns mindestens vier Stunden bis zur Cathedral Cove kosten würde. Somit wurde der Plan verworfen und wir haben uns auf dem Weg zum Shakespeare Cliff gemacht.

Das Cliff ist ein Felsvorsprung von dem aus man eine tolle Aussicht hat, beispielsweise auf den Lonely Bay und den dahinter liegenden langen Cooks Beach. Der Aufstieg ging schnell, war aber mit Treppenstufen perfekt ausgebaut und war somit auch schön einfach.



Das Wetter dort oben war immer noch wunderbar. Strahlender, heißer Sonnenschein und nur wenige Wolken am Himmel - traumhaft.

Auf dem Rückweg hatte ich dann die geniale Idee, statt an der Straße einfach durch das seichte Wasser zurück zur nächsten Bucht zu gehen.
Leider war das Wasser doch nicht ganz so seicht, vielen großen Felsbrocken musste ausgewichen werden und ich war dann doch froh, eine Bikinihose zu tragen ;)
Bis zur nächsten Bucht haben wir es aber trotzdem geschafft, nur das trocknen hat ein wenig länger gedauert...



Wieder auf der Uferseite von Whitianga sind wir dann mit dem Auto, das Paul uns erlaubt hatte zu nutzen, zur Cathedral Cove gefahren, beziehungsweise zum Parkplatz. Der war allerdings hemmungslos überfüllt und auch nach mehreren Runden im Kreis tat sich kein freier Parkplatz auf, sodass wir zugegebenermaßen ein wenig frustriert weiterfahren mussten.

Zum Glück hatten wir aber eine Alternative - den Hot Water Beach in Hahei. Dorthin brauchten wir nur eine Viertelstunde und haben uns dann -irrtümlich aber deswegen ohne Parkgebühr- auf den Parkplatz eines kleinen Cafés gestellt.
Der Weg bis zum offiziellen Parkplatz war dann etwa fünf Minuten, also nichts dramatisches ;)

Von dem Parkplatz aus ergab sich schon der Blick über den Strand, der bis auf an einer Stelle total leergefegt war. An dieser Stelle aber tummelten sich an die hundert Leute - und das um 16 Uhr Nachmittags!

Das Geheimnis des Strandes in Hahei ist nämlich genau diese Stelle. Unterirdisch verlaufen dort Hot Springs - heiße Quellen, die, wenn man ein wenig gräbt, heißes Wasser zu Tage befördern. Teilweise ist das Wasser so heiß, dass man sich - so wie ich es natürlich geschafft habe - die Füße verbrennt.

Allerdings ist es nicht so einfach, die richtige Stelle für seinen eigenen Hot Pool, ein Loch mit warmem Wasser drin, zu finden. An einigen Stellen fließen nämlich keine Hot Springs, während man an anderen Stellen nicht einmal über den Sand gehen kann, ohne sich zu verbrennen. Es muss also die richtige Stelle gefunden werden.

Wir hatten uns am Parkplatz gar keine Gedanken drüber gemacht, wie alle anderen eine Schaufel auszuleihen, um unseren eigenen Hot Pool zu graben, deswegen haben wir einfach gewartet, bis ein Pool freiwurde und haben uns dann in Bikini reingelegt.

Während also der inzwischen nun ziemlich kalte Wind über den Strand fegte, hatten wir unsere persönliche Badewanne - kostenlos und mit Meerblick!
Nach einiger Zeit wurde es dann aber doch kalt als auch die Sonne untergegangen war und somit ging es dann wieder zurück zum Parkplatz, wo wir uns abgeduscht haben. Relativ erfolglos, denn nach einem Bad in einem Hot Pool ist der schwarze Lavasand wirklich ÜBERALL...
Wieder im Haus gab es deswegen noch eine zweite Dusche ;)

Donnerstag, 21. September 2017

Herbstlicher Farmauflauf - ein richtiges Farmessen


Wer viel auf der Farm arbeitet, muss auch viel essen. Deswegen gibt es hier abends immer eine große, warme Mahlzeit, meistens mit viel Fleisch drin. Als Leonie und ich das erste Mal für die Familie gekocht haben, gab es Nudeln mit Hähnchen und Paprika – leider kam das nicht so gut an: die Kinder mögen Paprika überhaupt nicht und das Hähnchen war wohl auch nicht ganz das richtige Fleisch.
Als wir dann die Möglichkeit hatten, statt Nachmittags zu Melken, das Abendessen zu kochen, haben wir spontan überlegt, was denn ein einfaches aber sättigendes Essen wäre – so haben wir diesen Herbstlichen Würstchenauflauf entworfen!


In der Gefriertruhe hatten wir nämlich ein großes Paket mit Würstchen gefunden und einfach mal aufgetaut, außerdem waren noch Kürbis, Süßkartoffeln und Kartoffeln da und dann haben wir einfach nur noch alles zusammengerührt. Geschmeckt hat es übrigens allen richtig gut (außer dem Kleinkind, sie wollte nur die Würstchen essen) und Paul hat sich den Rest von unserem Auflauf als Frühstück reserviert 😉
Es spricht also alles dafür, dass wir mit unserem herbstlichen Würstchenauflauf den Geschmack getroffen haben!

Für 1 große Auflaufform Herbstlichen Würstchenauflauf (ca. 8 Portionen) braucht ihr:

2 große Süßkartoffeln
8 normalgroße Kartoffeln
¼ kleiner Blue Hubbard Kürbis
1 kg Bratwürstchen
250 ml Sahne
3 Eier
30 g Parmesan
300-400 g geriebener Käse (nach Geschmack)
Salz, Pfeffer, Basilikum

Zuerst müssen die Kartoffeln und die Süßkartoffeln nahezu weich gekocht werden. Ein ganz bisschen Biss sollte noch bleiben, schließlich wird der Auflauf ja noch gebacken. Auch der Kürbis muss weich werden, am besten wird er gegart, wenn ihr einen Siebtopf in den Kartoffeltopf hineinhängt und den Kürbis nur im Wasserdampf garen lässt. Der Kürbis wird wahrscheinlich auch als erstes fertig sein, er braucht wirklich nicht lange um gar zu werden.

Während das Gemüse noch gart, könnt ihr schon die Würstchen in der Pfanne anbraten. Natürlich könnt ihr sie – wenn ihr die Zeit habt – auch grillen, aber in der Pfanne geht es auch. Passt nur auf, dass der Rauchmelder dann ausgestellt ist 😉 Bei uns ist der plötzlich angesprungen und wollte nicht wieder ausgehen, bis wir einmal komplett durchgelüftet hatten :D Naja, irgendwann hat es dann zum Glück geklappt 😉
 
Sind die Würstchen fertig, müssen sie erstmal abkühlen. Auch die Kartoffeln, Süßkartoffeln und der Kürbis müssen erstmal abkühlen.
In der Zeit könnt ihr schon die Sahne und die Eier verquirlen und Pfeffer, Salz und das Basilikum dazugeben. 

Wenn das Gemüse abgekühlt wird, schneidet ihr es in kleine Stücke. Dafür halbiert ihr die Kartoffeln und die Süßkartoffeln und schneidet dann Scheiben davon ab. Zuerst legt ihr die Auflaufform dann auch mit Kartoffeln und Süßkartoffeln aus. Als nächstes schneidet ihr die Würstchen in Taler und legt eine Schicht auf die unterste Schicht. Die nächste Schicht im Auflauf ist der Kürbis. Den schält ihr, bevor ihr ihn ebenfalls in Scheiben schneidet und in der Form verteilt. 

Dann geht es wieder mit den Würstchen los, die verteilt ihr wieder in Talern in der Form. Für die letzte Schicht verteilt ihr den Rest der Kartoffeln und Süßkartoffeln in Scheiben auf den Würstchen. Wenn ihr noch Kürbis übrig habt, könnt ihr den auch dazu verteilen, passt aber auf, dass ihr nicht zu hoch schichtet. 

Zum Schluss gießt ihr die Sahne-Ei-Mischung über den Auflauf. Dann reibt ihr noch den Käse und verteilt ihn ganz oben auf dem Auflauf. Jetzt muss der herbstliche Würstchenauflauf für 20 Minuten bei 150°C Umluft in den Ofen und backen. Ist die Zeit um, verteilt ihr noch den Parmesan auf dem Auflauf, gebt den Auflauf noch einmal für 5 Minuten in den Ofen und dann ist euer herbstlicher Würstchenauflauf fertig!



Für alle, die sich fragen, was ich als Veganerin gegessen habe – unsere Auflaufform war so voll, dass wir noch Süßkartoffel, Kartoffeln und Kürbis übrig hatten, die waren mit gehackten Tomaten und etwas Pfeffer sehr lecker! Für alle anderen – probiert diesen herbstlichen Würstchenauflauf auf, er schmeckt scheinbar jedem gut!!

Mittwoch, 20. September 2017

Zum Rainbow Warrior Memorial und Matauri Bay Beach – ein „freier“ Tag



Bei schönstem Sonnenschein und richtig warmen Temperaturen haben wir heute einen „freien“ Tag gehabt. Frei insofern, dass wir bis 10 Uhr morgens noch das gesamte Haus geputzt haben, weil der Boss vom Boss von Paul gekommen ist. Dafür hatten wir gestern auch noch ein zweites Mal unseren Zebrakuchen gebacken, der diesmal sogar noch viel viel besser geworden ist!

Nachdem also das Haus sauber und das Kleinkind im Kindergarten war, haben wir nur noch schnell Handtücher zusammengesucht, ein Lunch gepackt und sind dann mit dem Farmauto, das wir nutzen dürfen, auf den Parkplatz am Matauri Bay Beach gefahren, denn wir wollten zum Rainbow Warrior Memorial gehen.

Ausblick vom Rainbow Warrior Memorial auf die umliegenden Inseln

Vom Parkplatz aus konnten wir die Umrisse von dem Memorial schon auf dem nahegelegenen Hügel sehen – den Weg dahin allerdings noch nicht. Ich hatte auf Google Maps schon gelesen, dass der wohl nicht so einfach zu finden sein sollte, deswegen hielten wir schon die Augen nach möglichen Schildern offen. Die haben wir auch gesehen, allerdings durfte man den Campingplatz, der zwischen uns und den Schildern stand, nicht betreten. 

Matauri Bay Beach

Wir waren aber schon einmal mit Paul hier entlang gefahren, somit wussten wir, dass wir über einen kleinen Weg an den nächsten Strand kommen. Dort sind wir dann hingegangen und sind zwischen ein paar Felsen hindurch dann an die Schilder gelangt, die wir vorher schon gesehen hatten. Sie haben zwar nicht explizit auf den Weg hingewiesen, waren aber trotzdem ganz interessant. Wir haben so nämlich erfahren, dass die Rainbow Warrior, ein ehemaliges Greenpeace-Schiff, direkt vor der Halbinsel, die wir besteigen wollten, abgeschossen wurde. 

Die Rainbow Warrior war das erste Greenpeace-Schiff, benannt nach der Prophezeiung „When the world is sick and dying, the people will rise up like warriors oft he rainbow.“ Nach einigen Missionen in Island, auf den Marshall Islands und dem Rongelap Atoll, bei denen Greenpeace unter anderem Menschen rettete, die nach Atombomben-Tests an Krebs, Misswüchsen und Gendefekten litten. Nach ebendieser Evakuierung fuhr die Rainbow Warrior weiter nach Auckland, das sie im Juli 1985 erreichte. Drei Tage später, als die Besatzung des Schiffs einen friedlichen Protest gegen die Atomtests der Franzosen beginnen wollte, wurde die Rainbow Warrior am 10. Juli von zwei Bomben der Französischen Marine getroffen und sank. Noch heute liegt das Wrack am Meeresgrund und ist ein beliebter Tauch-Spot. 

Ein Stück weiter links liegt das Wrack der Rainbow Warrior

Für uns war es aber zu kalt zum Tauchen, deswegen sind wir stattdessen zum Rainbow Warrior Memorial gegangen, das seit 1990 auf dem nahegelegenen Hügel steht. Von den Schildern aus ging dann auch der relativ steile Weg zum Memorial hinauf. Etwa 15 Minuten haben wir dafür gebraucht (die Zeit in der Sonne auf der einen Bank mal rausgenommen 😊 ) . 

Das Rainbow Warrior Memorial

Oben war dann auch das Memorial der zentrale Punkt des Hügels. Es besteht aus Material aus der Umgebung und ist ziemlich groß. Viel schöner als das Memorial ist aber der wunderbare Rundumblick. Man sieht die ganzen umliegenden Inseln, das türkisblaue Wasser und das grüne Gras. Dann war es dort oben auch noch fast windstill, sodass wir uns nach ein paar Fotos einfach auf die große Bank vor dem Memorial gelegt und gesonnt haben. 


Als wir dann am Sonne genießen waren, kamen ein paar andere Leute ebenfalls zum Memorial – und wir haben ein paar deutsche Worte gehört. Erstmal wollten wir natürlich nicht einfach so die Jungs ansprechen, die da hochgewandert waren und sowieso auch erstmal die Aussicht genossen haben, dann haben wir aber doch erstmal die Standard-Frage „Seid ihr auch aus Deutschland?“ gestellt – und das waren sie. 
Simon und Tobi kommen aus der Nähe von Koblenz und sind genau wie wir seit drei Wochen unterwegs. Sie sind sogar am gleichen Tag wie wir gelandet! Die beiden sind mit einem Campervan unterwegs, den sie uns netterweise einmal kurz gezeigt haben – da kam dann doch irgendwie der Wunsch auf, auch ein eigenes Auto zu haben… Mal sehen, was sich ergibt 😉
 
Nachdem die beiden dann weitergefahren sind und uns versprochen haben, uns in New Plymouth zu besuchen, sind wir an den Strand gegangen. Es war total warm und wir haben uns einfach hingelegt, unser Lunch gegessen und die Sonne genossen. 

Matauri Bay Beach bei tollem Wetter

Eigentlich wollten wir auch ausprobieren, wie kalt das Wasser ist, nachdem wir aber nur mit den Füßen drin waren, sind wir schnell wieder raus.
Auch unser Zebrakuchen war übrigens am Strand mit am Start – er war perfekt! 

Ein perfekter Zebrakuchen an einem perfekten Tag



Türkisblaues Wasser, Wellen, grüne Hügel - Neuseeland pur!

Kurz nach zwei sind wir dann wieder zurückgefahren – Heather brauchte das Auto zum Melken. So sind wir dann wieder zurück und haben den Nachmittag einfach im Haus verbracht und angefangen, unsere Sachen für unseren kleinen „Urlaub“ zu packen – da erfahrt ihr dann in ein paar Tagen mehr 😊
Eure Caro

Montag, 18. September 2017

Eine Woche Farmwork

Eine Woche ist schon wieder rum, eine Woche, die wir intensiv auf der Farm gearbeitet und viel Neues erlebt haben!

Grundsätzlich machen wir jeden Tag ähnliche Dinge und doch ist jeder Tag irgendwie anders. Leonies Wecker klingelt um 7 Uhr morgens, dann stehen wir auf, machen Frühstück für die Kinder und essen selber. Währenddessen ist Heather schon unterwegs, um die Kälber zu füttern, deswegen haben wir uns immer abgewechselt, wenn das Baby aufgewacht ist, sie zu wickeln, anzuziehen und zu füttern. Danach haben wir auf sie aufgepasst, bis Heather wieder zurück war. 

Der Vormittag war also meistens Au-Pair-Arbeit, allerdings nur so lange bis Paul wieder von der Farm zurück war, meistens so gegen 10 Uhr. Nach seinem Frühstück hieß es dann auch für uns Farm-Kleidung anziehen und auf zum Stall!
Regenbogen über der Farm

Eine unserer Aufgaben in dieser Woche war es, den Kälbchenstall auszumisten. Drei Vormittage haben wir dafür gebraucht, es ist nämlich anstrengender als man denkt. Der Kälbchenstall auf der Farm von Paul hat sechs Boxen, alle etwa acht mal vier Meter groß. Auf dem Boden dieser Boxen ist eine Art Schredder etwa zehn Zentimeter hoch. Darunter liegt nackter Betonboden. Ziel war es, diesen Schredder zu entfernen, damit der Betonboden frei wird. 

Eine mühsame Aufgabe. Mit zwei Harken und einem Spaten sind wir die Arbeit angegangen. Zuerst haben wir den lockeren, oberen Teil des Schredders in die Mitte der Box geharkt. Weil der untere Teil teilweise feucht und festgetreten war, musste dieser dann mit dem Spaten geschaufelt und gelockert werden und dann ebenfalls auf den Haufen. Das Problem mit dem Haufen: er durfte nur eine bestimmte Breite und Länge haben, damit der Traktor das Zeug später auch einsammeln konnte…
Der Vorteil dieser anstrengenden Arbeit war, dass wir nicht gefroren haben. So konnte ich im T-Shirt arbeiten und mir war trotzdem total warm. 

Den Nachmittag haben wir dann meistens im Kuhstall verbracht. Natürlich mit Melken. Zum Glück hatten wir dafür immer noch die Overalls, die Kuhscheiße in Gesicht und Haaren und den unglaublichen Gestank konnten die aber leider nicht abhalten. Deswegen habe ich mich auch immer sofort auf eine Dusche, beziehungsweise einen schönen Lauf und dann eine noch schönere Dusche gefreut. 

ein gerade geborenes Kälbchen!
Einige Tage waren aber doch anders in der Woche, so habe ich einmal einen Schulausflug der beiden älteren Kinder begleitet. Ihre Schule hat nur etwa 80 Schüler, deswegen hat auch die ganze Schule den Ausflug gemacht. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass es in einen Outdoor-Education-Park geht, morgens hat der Schulleiter dann aber angekündigt, dass wir an verschiedene Strände fahren, die die Kinder dann vom Müll bereinigen sollen. 

da lässt es sich auch beim Müllsammeln aushalten

Meine Aufgabe war es da, die Kinder zu beaufsichtigen. Ich hatte eine Gruppe mit sechs Kindern unterschiedlichen Alters, also von 5 bis 12 Jahren, die ich im Auge behalten sollte. Geplant war das nicht, aber ein Elternpaar war einfach nicht gekommen und so wurde ich sogar wirklich gebraucht…
Am Wochenende war dann wieder frei – eine schöne Abwechslung zur Woche, wobei es eigentlich nie wirklich Freizeit ist, wenn man die ganze Zeit trotzdem mit den Kindern spielt. Immerhin kriegt man keine Kuhscheiße ab 😉
 
Am Sonntag sind wir nach Kerikeri gefahren, die nächstgrößere Stadt mit einem Farmersmarket. Der war allerdings mit seinen fünf Ständen ziemlich enttäuschend. Als Ersatz dafür haben wir uns die Stadt noch ein wenig angeschaut und ich habe das Wlan bei McDonalds genutzt, um mit David zu schreiben. 


Auf dem Weg zurück nach Matauri Bay haben wir dann an der Straße eine Chocolate Factory gesehen und einen Stopp gemacht. Die Makana Chocolate Factory ist eine kleine Schokoladenfabrik mit angeschlossenem Café. In dem Shop kann man teure Schokolade erwerben und den Chocolatiers dabei zuschauen, wie sie die Pralinen und Schokolade machen. 
Im Café gibt es Kuchen und Eis. Auch zu nicht günstigen Preisen, aber wenn man zwei Kugeln Eis kauft, spart man immerhin 50 Cent im Vergleich zu einer einzelnen 😉 Deswegen gab es für mich eine Kugel Zitrone und eine Kugel Schokoladensorbet. Beides war so ziemlich das beste Eis, was ich je gegessen habe!

Am Montagmorgen hieß es dann früh aufstehen – wir sollten morgens einmal melken! Der Wecker klingelte schon um 4:30 Uhr, damit wir um 5 Uhr auch pünktlich am Stall waren. Dieses Mal war nämlich nicht nur das normale Melken angesagt, es sollten zusätzlich noch Milchproben von jeder Kuh genommen werden. 

Diese Milchproben wurden über ein kleines Becherchen, das extra an der Melkapparatur noch angebracht wurde, genommen. Dadurch hat das ganze Melken auch deutlich länger gedauert, weil die Kühe nicht so schnell wie sonst abgefertigt werden konnten, sondern immer noch die Milchprobe erst gescannt werden musste, neue Becher angebracht werden mussten und dann erst die nächste Seite gemolken werden konnte…

Die Milchproben wurden übrigens entnommen, um die Nährwerte und Zusammensetzung der Milch zu ermitteln. Paul hat erklärt, dass verschiedene Klienten unterschiedliche Zusammensetzungen lieber mögen, deswegen ist es am besten, eine gesunde Mischung zu haben.
An diesem Montag fiel dann zum Glück das Nachmittagsmelken aus und ich habe schön mein Buch weitergelesen.

Samstag, 16. September 2017

Veganer Zebrakuchen - ein Wochenende auf der Farm

Eine ganze Woche auf "unserer" Dairy Farm ist wieder um! Bis auf Dienstag, als wir stattdessen einen Nachmittag freigemacht haben, waren wir jeden Nachmittag Melken, haben ansonsten viel aufgeräumt und gewaschen.

Den anstrengensten Teil der Woche hat das Ausmisten der Kälbchenställe eingenommen, da waren wir drei Vormittage beschäftigt. Außerdem war ich (Caro) auf einem Schulausflug, während Leonie Trecker gefahren ist. Unsere Woche war also keinesfalls langweilig, sodass wir uns das Wochenende wirklich verdient haben :)
Trotzdem heißt das nicht, dass wir nichts tun, deswegen haben wir für das Wochenende einen schönen und leckeren Kuchen gebacken! Der Kuchen ist natürlich vegan, da ich mich ja vegan ernähre und weil wir der Familie auch zeigen wollten, wie lecker veganes Essen ist ;)


Wenn ein Kuchen nicht nur lecker schmeckt, sondern auch noch hübsch aussieht, ist der gemütliche Sonntagnachmittag gesichert! Deswegen fiel die Entscheidung auch nicht schwer, einen Zebrakuchen zu backen, der durch sein inneres Muster – wie ein Zebra einfach jeden überzeugt!

Der Kuchen ist sehr einfach dafür, dass er später so gut aussieht und wer den Kuchen nicht kennt, wird überrascht sein, wie das tolle Muster entstanden ist 😉
 

Für 1 Zebrakuchen (Springform, 24 Zentimeter) braucht ihr:

4 cups Mehl
1 1/3 cups Zucker
4 El Kakaopulver
2 Tl Natron
150 ml Öl
2 El Essig
500 ml Wasser
Prise Salz


Für alle anderen, die lieber Gramm-Angaben statt Cups benutzen:

400 g Mehl
300 g Zucker
40 g Kakaopulver
2 Tl Natron
2 El Essig
150 ml Öl, z.B. Rapsöl oder Sonnenblumenöl
450 ml Mineralwasser
1,5 Tl Vanilleextrakt
2 Prisen Salz
Optional:
100 g Puderzucker
3 Tl Kakaopulver
Mineralwasser


Zuerst muss der Ofen auf 170°C vorgeheizt werden. Dann stellt ihr zwei Schüsseln für den Kuchen bereit und fettet schon einmal die Kuchenform ein.
Dann geht es mit dem Teig los. Ganz wichtig – ihr bereitet ihn in zwei Schüsseln zu!
Die trockenen Zutaten kommen zuerst, ihr gebt also in jede Schüssel 200g Mehl, 150 g Zucker, 1 Tl Natron und die Prise Salz. Dann gebt ihr in EINE der Schüsseln das Kakaopulver, das hier wird der dunkle Teig. In die andere Schüssel gebt ihr den Vanilleextrakt. 

Das Ganze könnt ihr jeweils schon einmal ordentlich durchmischen, dann geht es mit den anderen Zutaten weiter. Ihr gebt also in jede Schüssel 75ml Öl und 1 El Essig, dann muss wieder ordentlich verrührt werden. Zum Schluss kommt dann noch das Mineralwasser dazu, jeweils 225 ml. Wichtig ist, dass ihr den dunklen Teig zuerst anrührt und dann bei dem hellen eventuell weniger Mineralwasser dazugebt, damit die Konsistenz gleich ist. Dann muss natürlich wieder alles ordentlich durchgerührt werden, sodass ihr bei beiden einen schönen, glatten Teig habt. 

Dann muss natürlich noch das Zebramuster in den Kuchen kommen. Dafür müsst ihr den Teig nach und nach in die Backform geben. Ihr gebt also zuerst zwei Esslöffel hellen Teig in die Mitte der Backform, danach tropft ihr zwei Esslöffel dunklen Teig darauf. Als nächstes kommen wieder zwei Esslöffel vom hellen Teig, dann wieder zwei Esslöffel vom dunklen Teig. Und das alles so lange, bis der Teig alle ist. 

Der Kuchen kommt dann für ca. 45 Minuten in den Ofen. Ganz wichtig: macht die Stäbchenprobe!
Dann muss der Zebrakuchen nur noch abkühlen und ist dann fertig. 


Wer gerne noch eine Glasur haben möchte, so wie dieser Zebrakuchen hier eine hat, verrührt ihr einfach den Puderzucker mit dem Kakaopulver und gebt dann LANGSAM Mineralwasser dazu, sodass ihr eine streichfähige Masse bekommt. Passt auf, dass ihr nicht zu viel Mineralwasser nehmt, sonst müsst ihr wieder mit Zuckerguss auffüllen. Den Zuckerguss verteilt ihr gleichmäßig auf dem abgekühlten Kuchen und lasst das Ganze dann trocknen.


Schneidet ihr den Kuchen dann an, sieht man von der Innenseite das hübsche Zebramuster (hier war leider das Teigverhältnis nicht soo gut, weswegen man das Zebramuster nicht ganz so gut sieht). Der Kuchen wird garantiert jedem schmecken! Unserer Wwoofing-Familie hat er übrigens sehr gut geschmeckt!
Das Kleinkind war schneller fertig als alle anderen und hat nach mehr verlangt, Paul möchte, dass wir den Kuchen noch einmal backen und auch den anderen (und uns natürlich auch!) hat der Kuchen super geschmeckt :) Und das, obwohl wir Angst hatten, dass er fast verbrannt ist, deswegen war die Glasur eigentlich auch nur als Notlösung gedacht ;) Dadurch war der Kuchen aber nur noch besser.

Farmidylle mit leckerem Kuchen

Guten Appetit!
Eure Caro

Montag, 11. September 2017

Cape Reinga ganz im Norden

Der Ort, wo die Seelen der Toten den Absprung ins Jenseits machen, der Ort, wo Tasman Sea und Pazifik zusammentreffen, der Ort, der der nördlichste von ganz Neuseeland ist: das ist das Cape Reinga!

Das Cape Reinga ist für die Maori ein symbolischer und wichtiger Ort, weil sie glauben, dass dort die Seelen der Verstorbenen sich auf die Reise in die Vergangenheit machen. Aber auch für alle anderen ist das Cape Reinga ein ganz besonderer Punkt Neuseelands.

Es ist ein unglaublicher Anblick zu sehen, wie sich hier die Tasman Sea und der Pazifik ineinander vermischen. Aus dem Westen trifft die Tasman Sea auf den aus dem Osten kommenden Pazifik und es bilden sich viele weiße Schaumkronen. Man sieht förmlich, wie das Wasser durchmischt wird.
Die Wwoofing-Familie von Leonie und mir ist mit uns dort hingefahren, weil es wirklich ein Must-See-Punkt von Neuseeland ist. Wir sind fast drei Stunden zum Cape Reinga gefahren, zwischendurch waren viele Farmen zu sehen, entweder mit Kühen oder mit vereinzelt Schafen, später allerdings immer mehr.
Am Cape Reinga war es übrigens verdammt kalt. Ich war schon froh, dass ich mich auf der Farm noch entschieden hatte, viel anzuziehen. Somit hatte ich mich nach dem Zwiebelprinzip gekleidet und gefroren habe ich dann kaum noch.
Für alle, die sich fragen, was ich angezogen hatte: zwei Paar Socken, eine Leggins, eine Jeans, Top, Tshirt, Strickjacke, Sweatjacke, Doppeljacke, Schal, zwei Stirnbänder, Handschuhe. So ließ sich der eiskalte Wind dann auch aushalten 😉
 
Der interessanteste Punkt am Cape Reinga ist der Leuchtturm. Allerdings ist der nicht am schönsten, wenn man direkt davor steht, sondern eher, wenn man den kleinen Umweg macht und den Hügel besteigt. Von dort aus kann man wunderbar auf den Leuchtturm hinunterschauen und hat einen tollen Rundumblick.

Vom Cape Reinga aus ging es dann wieder zurück Richtung Süden. Einen wichtigen Stopp gab es allerdings noch – die Te Paki Sand Dunes. Die riesigen Dünen erstrecken sich mitten im Land und wenn man sich daran macht, diese zu besteigen, fühlt es sich an, als wäre man in der Wüste.


Wer mag, kann sich von einem Händler Sandboards ausleihen – Surfboards auf denen man bäuchlings die Dünen herunter rutschen kann. Da hatte ich bei dem inzwischen feuchten Nieselregen aber wenig Lust drauf, genauso wie die Kinder und Leonie und wir sind nur auf eine der Dünen hinaufgestiegen und dann wieder runter.
Auf dem Weg zu den Dünen hin und wieder zurück muss man einen kleinen Fluss überqueren. Gerade als ich meine Schuhe auf der anderen Seite wieder angezogen habe, kam plötzlich ein Bus herangefahren, der ohne zu verlangsamen geradewegs auf den Fluss zugefahren ist. Dann ein Spritzer und der Bus hatte den Fluss durchquert! Er war nämlich auf dem Weg zum 90-Miles-Beach, der zwar vielleicht 90 Kilometer lang ist, aber keine 90 Meilen! Uns blieb der Anblick dieses Strands leider verwehrt.
Einen kurzen Halt hat Paul dann noch am Hafen von Whangarora gemacht. Außer einer Muschelfarm gibt es dort aber nichts zu sehen, man verpasst also nichts, wenn man diesen kleinen Hafen auslässt.