Zu den schönsten Stränden und dem auch bei Einheimischen mit am beliebtesten
Teil Neuseelands ging es dann für ein Wochenende mit unserer Wwoofing-Familie -
nach Coromandel.
Die Coromandel-Peninsula liegt nordöstlich auf der Nordinsel und lockt vor
allem durch die schönen Strände. Allerdings ist hier alles schon ziemlich
kommerziell und touristisch geworden und man merkt den Städten an, dass hier im
Sommer wohl ziemlich viel los ist.
Wohnen konnten wir hier bei den Eltern von Heather in Whitianga in einem
schicken Haus mit einer tollen, warmen Dusche.
Nach einem wunderschönen morgendlichen Lauf an der Strandpromenade sind
Heather und Paul mit Leonie, den Kindern und mir ein wenig herumgefahren und
wir haben an verschiedenen Stellen für Fotos gehalten. Das Wetter war super und
es wurde immer wärmer - der schönste Teil des Tages kündigte sich morgens
gerade erst an.
Heather und Paul ließen uns dann an der Fähre von Whitianga nach Cooks Beach
raus und wir setzten die etwa zwanzig Meter ans andere Ufer über. Geplant war
dann, eine Wanderung zur Cathedral Cove, zum Shakespeare Cliff und noch zum
Cooks Beach zu machen. Wie gesagt - geplant.
Auf der anderen Seite des Ufers haben wir erstmal einen Blick auf die Karte
geworfen und festgestellt, dass es uns mindestens vier Stunden bis zur
Cathedral Cove kosten würde. Somit wurde der Plan verworfen und wir haben uns
auf dem Weg zum Shakespeare Cliff gemacht.
Das Cliff ist ein Felsvorsprung von dem aus man eine tolle Aussicht hat,
beispielsweise auf den Lonely Bay und den dahinter liegenden langen Cooks
Beach. Der Aufstieg ging schnell, war aber mit Treppenstufen perfekt ausgebaut
und war somit auch schön einfach.
Das Wetter dort oben war immer noch wunderbar. Strahlender, heißer
Sonnenschein und nur wenige Wolken am Himmel - traumhaft.
Auf dem Rückweg hatte ich dann die geniale Idee, statt an der Straße einfach
durch das seichte Wasser zurück zur nächsten Bucht zu gehen.
Leider war das Wasser doch nicht ganz so seicht, vielen großen Felsbrocken
musste ausgewichen werden und ich war dann doch froh, eine Bikinihose zu tragen
;)
Bis zur nächsten Bucht haben wir es aber trotzdem geschafft, nur das
trocknen hat ein wenig länger gedauert...
Wieder auf der Uferseite von Whitianga sind wir dann mit dem Auto, das Paul
uns erlaubt hatte zu nutzen, zur Cathedral Cove gefahren, beziehungsweise zum
Parkplatz. Der war allerdings hemmungslos überfüllt und auch nach mehreren
Runden im Kreis tat sich kein freier Parkplatz auf, sodass wir zugegebenermaßen
ein wenig frustriert weiterfahren mussten.
Zum Glück hatten wir aber eine Alternative - den Hot Water Beach in Hahei.
Dorthin brauchten wir nur eine Viertelstunde und haben uns dann -irrtümlich
aber deswegen ohne Parkgebühr- auf den Parkplatz eines kleinen Cafés
gestellt.
Der Weg bis zum offiziellen Parkplatz war dann etwa fünf Minuten, also
nichts dramatisches ;)
Von dem Parkplatz aus ergab sich schon der Blick über den Strand, der bis
auf an einer Stelle total leergefegt war. An dieser Stelle aber tummelten sich
an die hundert Leute - und das um 16 Uhr Nachmittags!
Das Geheimnis des Strandes in Hahei ist nämlich genau diese Stelle.
Unterirdisch verlaufen dort Hot Springs - heiße Quellen, die, wenn man ein
wenig gräbt, heißes Wasser zu Tage befördern. Teilweise ist das Wasser so heiß,
dass man sich - so wie ich es natürlich geschafft habe - die Füße verbrennt.
Allerdings ist es nicht so einfach, die richtige Stelle für seinen eigenen
Hot Pool, ein Loch mit warmem Wasser drin, zu finden. An einigen Stellen
fließen nämlich keine Hot Springs, während man an anderen Stellen nicht einmal
über den Sand gehen kann, ohne sich zu verbrennen. Es muss also die richtige
Stelle gefunden werden.
Wir hatten uns am Parkplatz gar keine Gedanken drüber gemacht, wie alle
anderen eine Schaufel auszuleihen, um unseren eigenen Hot Pool zu graben,
deswegen haben wir einfach gewartet, bis ein Pool freiwurde und haben uns dann
in Bikini reingelegt.
Während also der inzwischen nun ziemlich kalte Wind über den Strand fegte,
hatten wir unsere persönliche Badewanne - kostenlos und mit Meerblick!
Nach einiger Zeit wurde es dann aber doch kalt als
auch die Sonne untergegangen war und somit ging es dann wieder zurück zum
Parkplatz, wo wir uns abgeduscht haben. Relativ erfolglos, denn nach einem Bad
in einem Hot Pool ist der schwarze Lavasand wirklich ÜBERALL...
Wieder im Haus gab es deswegen noch eine zweite Dusche ;)
Freitag, 22. September 2017
Donnerstag, 21. September 2017
Herbstlicher Farmauflauf - ein richtiges Farmessen
Wer viel auf der Farm arbeitet, muss auch viel essen.
Deswegen gibt es hier abends immer eine große, warme Mahlzeit, meistens mit
viel Fleisch drin. Als Leonie und ich das erste Mal für die Familie gekocht haben, gab es
Nudeln mit Hähnchen und Paprika – leider kam das nicht so gut an: die Kinder
mögen Paprika überhaupt nicht und das Hähnchen war wohl auch nicht ganz das
richtige Fleisch.
Als wir dann die Möglichkeit hatten, statt Nachmittags zu
Melken, das Abendessen zu kochen, haben wir spontan überlegt, was denn ein
einfaches aber sättigendes Essen wäre – so haben wir diesen Herbstlichen
Würstchenauflauf entworfen!
In der Gefriertruhe hatten wir nämlich ein großes Paket mit
Würstchen gefunden und einfach mal aufgetaut, außerdem waren noch Kürbis,
Süßkartoffeln und Kartoffeln da und dann haben wir einfach nur noch alles
zusammengerührt. Geschmeckt hat es übrigens allen richtig gut (außer dem
Kleinkind, sie wollte nur die Würstchen essen) und Paul hat sich den Rest von
unserem Auflauf als Frühstück reserviert 😉
Es spricht also alles dafür, dass wir mit unserem
herbstlichen Würstchenauflauf den Geschmack getroffen haben!
Für 1 große Auflaufform Herbstlichen Würstchenauflauf (ca. 8 Portionen) braucht ihr:
2 große Süßkartoffeln
8 normalgroße Kartoffeln
¼ kleiner Blue Hubbard Kürbis
1 kg Bratwürstchen
250 ml Sahne
3 Eier
30 g Parmesan
300-400 g geriebener Käse (nach Geschmack)
Salz, Pfeffer, Basilikum
Zuerst müssen die Kartoffeln und die Süßkartoffeln nahezu
weich gekocht werden. Ein ganz bisschen Biss sollte noch bleiben, schließlich
wird der Auflauf ja noch gebacken. Auch der Kürbis muss weich werden, am besten
wird er gegart, wenn ihr einen Siebtopf in den Kartoffeltopf hineinhängt und
den Kürbis nur im Wasserdampf garen lässt. Der Kürbis wird wahrscheinlich auch
als erstes fertig sein, er braucht wirklich nicht lange um gar zu werden.
Während das Gemüse noch gart, könnt ihr schon die Würstchen
in der Pfanne anbraten. Natürlich könnt ihr sie – wenn ihr die Zeit habt – auch
grillen, aber in der Pfanne geht es auch. Passt nur auf, dass der Rauchmelder
dann ausgestellt ist 😉 Bei uns ist der plötzlich angesprungen und
wollte nicht wieder ausgehen, bis wir einmal komplett durchgelüftet hatten :D Naja,
irgendwann hat es dann zum Glück geklappt 😉
Sind die Würstchen fertig, müssen sie erstmal abkühlen. Auch
die Kartoffeln, Süßkartoffeln und der Kürbis müssen erstmal abkühlen.
In der Zeit könnt ihr schon die Sahne und die Eier
verquirlen und Pfeffer, Salz und das Basilikum dazugeben.
Wenn das Gemüse abgekühlt wird, schneidet ihr es in kleine
Stücke. Dafür halbiert ihr die Kartoffeln und die Süßkartoffeln und schneidet dann
Scheiben davon ab. Zuerst legt ihr die Auflaufform dann auch mit Kartoffeln und
Süßkartoffeln aus. Als nächstes schneidet ihr die Würstchen in Taler und legt
eine Schicht auf die unterste Schicht. Die nächste Schicht im Auflauf ist der
Kürbis. Den schält ihr, bevor ihr ihn ebenfalls in Scheiben schneidet und in
der Form verteilt.
Dann geht es wieder mit den Würstchen los, die verteilt ihr
wieder in Talern in der Form. Für die letzte Schicht verteilt ihr den Rest der
Kartoffeln und Süßkartoffeln in Scheiben auf den Würstchen. Wenn ihr noch
Kürbis übrig habt, könnt ihr den auch dazu verteilen, passt aber auf, dass ihr
nicht zu hoch schichtet.
Zum Schluss gießt ihr die Sahne-Ei-Mischung über den
Auflauf. Dann reibt ihr noch den Käse und verteilt ihn ganz oben auf dem
Auflauf. Jetzt muss der herbstliche Würstchenauflauf für 20 Minuten bei 150°C
Umluft in den Ofen und backen. Ist die Zeit um, verteilt ihr noch den Parmesan
auf dem Auflauf, gebt den Auflauf noch einmal für 5 Minuten in den Ofen und
dann ist euer herbstlicher Würstchenauflauf fertig!
Für alle, die sich fragen, was ich als Veganerin gegessen
habe – unsere Auflaufform war so voll, dass wir noch Süßkartoffel, Kartoffeln
und Kürbis übrig hatten, die waren mit gehackten Tomaten und etwas Pfeffer sehr
lecker! Für alle anderen – probiert diesen herbstlichen Würstchenauflauf auf,
er schmeckt scheinbar jedem gut!!
Mittwoch, 20. September 2017
Zum Rainbow Warrior Memorial und Matauri Bay Beach – ein „freier“ Tag
Bei schönstem Sonnenschein und richtig warmen Temperaturen
haben wir heute einen „freien“ Tag gehabt. Frei insofern, dass wir bis 10 Uhr
morgens noch das gesamte Haus geputzt haben, weil der Boss vom Boss von Paul
gekommen ist. Dafür hatten wir gestern auch noch ein zweites Mal unseren
Zebrakuchen gebacken, der diesmal sogar noch viel viel besser geworden ist!
Nachdem also das Haus sauber und das Kleinkind im
Kindergarten war, haben wir nur noch schnell Handtücher zusammengesucht, ein
Lunch gepackt und sind dann mit dem Farmauto, das wir nutzen dürfen, auf den
Parkplatz am Matauri Bay Beach gefahren, denn wir wollten zum Rainbow Warrior
Memorial gehen.
| Ausblick vom Rainbow Warrior Memorial auf die umliegenden Inseln |
Vom Parkplatz aus konnten wir die Umrisse von dem Memorial
schon auf dem nahegelegenen Hügel sehen – den Weg dahin allerdings noch nicht.
Ich hatte auf Google Maps schon gelesen, dass der wohl nicht so einfach zu
finden sein sollte, deswegen hielten wir schon die Augen nach möglichen
Schildern offen. Die haben wir auch gesehen, allerdings durfte man den
Campingplatz, der zwischen uns und den Schildern stand, nicht betreten.
| Matauri Bay Beach |
Wir waren aber schon einmal mit Paul hier entlang gefahren,
somit wussten wir, dass wir über einen kleinen Weg an den nächsten Strand
kommen. Dort sind wir dann hingegangen und sind zwischen ein paar Felsen
hindurch dann an die Schilder gelangt, die wir vorher schon gesehen hatten. Sie
haben zwar nicht explizit auf den Weg hingewiesen, waren aber trotzdem ganz
interessant. Wir haben so nämlich erfahren, dass die Rainbow Warrior, ein
ehemaliges Greenpeace-Schiff, direkt vor der Halbinsel, die wir besteigen
wollten, abgeschossen wurde.
Die Rainbow
Warrior war das erste Greenpeace-Schiff, benannt nach der Prophezeiung „When
the world is sick and dying, the people will rise up like warriors oft he rainbow.“
Nach einigen Missionen in Island, auf den Marshall Islands und dem
Rongelap Atoll, bei denen Greenpeace unter anderem Menschen rettete, die nach
Atombomben-Tests an Krebs, Misswüchsen und Gendefekten litten. Nach ebendieser
Evakuierung fuhr die Rainbow Warrior weiter nach Auckland, das sie im Juli 1985
erreichte. Drei Tage später, als die Besatzung des Schiffs einen friedlichen
Protest gegen die Atomtests der Franzosen beginnen wollte, wurde die Rainbow
Warrior am 10. Juli von zwei Bomben der Französischen Marine getroffen und
sank. Noch heute liegt das Wrack am Meeresgrund und ist ein beliebter
Tauch-Spot.
| Ein Stück weiter links liegt das Wrack der Rainbow Warrior |
Für uns war es aber zu kalt zum Tauchen, deswegen sind wir
stattdessen zum Rainbow Warrior Memorial gegangen, das seit 1990 auf dem
nahegelegenen Hügel steht. Von den Schildern aus ging dann auch der relativ
steile Weg zum Memorial hinauf. Etwa 15 Minuten haben wir dafür gebraucht (die
Zeit in der Sonne auf der einen Bank mal rausgenommen 😊
) .
| Das Rainbow Warrior Memorial |
Oben war dann auch das Memorial der zentrale Punkt des
Hügels. Es besteht aus Material aus der Umgebung und ist ziemlich groß. Viel
schöner als das Memorial ist aber der wunderbare Rundumblick. Man sieht die
ganzen umliegenden Inseln, das türkisblaue Wasser und das grüne Gras. Dann war
es dort oben auch noch fast windstill, sodass wir uns nach ein paar Fotos
einfach auf die große Bank vor dem Memorial gelegt und gesonnt haben.
Als wir
dann am Sonne genießen waren, kamen ein paar andere Leute ebenfalls zum Memorial
– und wir haben ein paar deutsche Worte gehört. Erstmal wollten wir natürlich
nicht einfach so die Jungs ansprechen, die da hochgewandert waren und sowieso
auch erstmal die Aussicht genossen haben, dann haben wir aber doch erstmal die
Standard-Frage „Seid ihr auch aus Deutschland?“ gestellt – und das waren sie.
Simon und Tobi kommen aus der Nähe von Koblenz und sind genau wie wir seit drei
Wochen unterwegs. Sie sind sogar am gleichen Tag wie wir gelandet! Die beiden
sind mit einem Campervan unterwegs, den sie uns netterweise einmal kurz gezeigt
haben – da kam dann doch irgendwie der Wunsch auf, auch ein eigenes Auto zu
haben… Mal sehen, was sich ergibt 😉
Nachdem die beiden dann weitergefahren sind und uns
versprochen haben, uns in New Plymouth zu besuchen, sind wir an den Strand
gegangen. Es war total warm und wir haben uns einfach hingelegt, unser Lunch
gegessen und die Sonne genossen.
| Matauri Bay Beach bei tollem Wetter |
Eigentlich wollten wir auch ausprobieren, wie
kalt das Wasser ist, nachdem wir aber nur mit den Füßen drin waren, sind wir
schnell wieder raus.
Auch unser Zebrakuchen war übrigens am Strand mit am Start –
er war perfekt!
| Ein perfekter Zebrakuchen an einem perfekten Tag |
| Türkisblaues Wasser, Wellen, grüne Hügel - Neuseeland pur! |
Kurz nach zwei sind wir dann wieder zurückgefahren – Heather
brauchte das Auto zum Melken. So sind wir dann wieder zurück und haben den
Nachmittag einfach im Haus verbracht und angefangen, unsere Sachen für unseren
kleinen „Urlaub“ zu packen – da erfahrt ihr dann in ein paar Tagen mehr 😊
Eure Caro
Montag, 18. September 2017
Eine Woche Farmwork
Eine Woche ist schon wieder rum, eine Woche, die wir
intensiv auf der Farm gearbeitet und viel Neues erlebt haben!
Einige Tage waren aber doch anders in der Woche, so habe ich
einmal einen Schulausflug der beiden älteren Kinder begleitet. Ihre Schule hat
nur etwa 80 Schüler, deswegen hat auch die ganze Schule den Ausflug gemacht.
Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass es in einen Outdoor-Education-Park
geht, morgens hat der Schulleiter dann aber angekündigt, dass wir an
verschiedene Strände fahren, die die Kinder dann vom Müll bereinigen sollen.
Grundsätzlich machen wir jeden Tag ähnliche Dinge und doch
ist jeder Tag irgendwie anders. Leonies Wecker klingelt um 7 Uhr morgens, dann
stehen wir auf, machen Frühstück für die Kinder und essen selber. Währenddessen
ist Heather schon unterwegs, um die Kälber zu füttern, deswegen haben wir uns
immer abgewechselt, wenn das Baby aufgewacht ist, sie zu wickeln, anzuziehen
und zu füttern. Danach haben wir auf sie aufgepasst, bis Heather wieder zurück
war.
Der Vormittag war also meistens Au-Pair-Arbeit, allerdings
nur so lange bis Paul wieder von der Farm zurück war, meistens so gegen 10 Uhr.
Nach seinem Frühstück hieß es dann auch für uns Farm-Kleidung anziehen und auf
zum Stall!
Eine unserer Aufgaben in dieser Woche war es, den
Kälbchenstall auszumisten. Drei Vormittage haben wir dafür gebraucht, es ist
nämlich anstrengender als man denkt. Der Kälbchenstall auf der Farm von Paul
hat sechs Boxen, alle etwa acht mal vier Meter groß. Auf dem Boden dieser Boxen
ist eine Art Schredder etwa zehn Zentimeter hoch. Darunter liegt nackter
Betonboden. Ziel war es, diesen Schredder zu entfernen, damit der Betonboden
frei wird.
Eine mühsame Aufgabe. Mit zwei Harken und einem Spaten sind wir die
Arbeit angegangen. Zuerst haben wir den lockeren, oberen Teil des Schredders in
die Mitte der Box geharkt. Weil der untere Teil teilweise feucht und
festgetreten war, musste dieser dann mit dem Spaten geschaufelt und gelockert
werden und dann ebenfalls auf den Haufen. Das Problem mit dem Haufen: er durfte
nur eine bestimmte Breite und Länge haben, damit der Traktor das Zeug später
auch einsammeln konnte…
Der Vorteil dieser anstrengenden Arbeit war, dass wir nicht
gefroren haben. So konnte ich im T-Shirt arbeiten und mir war trotzdem total
warm.
Den Nachmittag haben wir dann meistens im Kuhstall verbracht.
Natürlich mit Melken. Zum Glück hatten wir dafür immer noch die Overalls, die
Kuhscheiße in Gesicht und Haaren und den unglaublichen Gestank konnten die aber
leider nicht abhalten. Deswegen habe ich mich auch immer sofort auf eine
Dusche, beziehungsweise einen schönen Lauf und dann eine noch schönere Dusche
gefreut.
| ein gerade geborenes Kälbchen! |
Meine Aufgabe war es da, die Kinder zu beaufsichtigen. Ich
hatte eine Gruppe mit sechs Kindern unterschiedlichen Alters, also von 5 bis 12
Jahren, die ich im Auge behalten sollte. Geplant war das nicht, aber ein
Elternpaar war einfach nicht gekommen und so wurde ich sogar wirklich gebraucht…
Am Wochenende war dann wieder frei – eine schöne Abwechslung
zur Woche, wobei es eigentlich nie wirklich Freizeit ist, wenn man die ganze
Zeit trotzdem mit den Kindern spielt. Immerhin kriegt man keine Kuhscheiße ab 😉
Am Sonntag sind wir nach Kerikeri gefahren, die
nächstgrößere Stadt mit einem Farmersmarket. Der war allerdings mit seinen fünf
Ständen ziemlich enttäuschend. Als Ersatz dafür haben wir uns die Stadt noch
ein wenig angeschaut und ich habe das Wlan bei McDonalds genutzt, um mit David
zu schreiben.
Auf dem Weg zurück nach Matauri Bay haben wir dann an der
Straße eine Chocolate Factory gesehen und einen Stopp gemacht. Die Makana
Chocolate Factory ist eine kleine Schokoladenfabrik mit angeschlossenem Café.
In dem Shop kann man teure Schokolade erwerben und den Chocolatiers dabei
zuschauen, wie sie die Pralinen und Schokolade machen.
Im Café gibt es Kuchen und Eis. Auch zu nicht günstigen
Preisen, aber wenn man zwei Kugeln Eis kauft, spart man immerhin 50 Cent im
Vergleich zu einer einzelnen 😉 Deswegen gab es für mich eine Kugel Zitrone
und eine Kugel Schokoladensorbet. Beides war so ziemlich das beste Eis, was ich
je gegessen habe!
Am Montagmorgen hieß es dann früh aufstehen – wir sollten
morgens einmal melken! Der Wecker klingelte schon um 4:30 Uhr, damit wir um 5
Uhr auch pünktlich am Stall waren. Dieses Mal war nämlich nicht nur das normale
Melken angesagt, es sollten zusätzlich noch Milchproben von jeder Kuh genommen
werden.
Diese Milchproben wurden über ein kleines Becherchen, das extra an der
Melkapparatur noch angebracht wurde, genommen. Dadurch hat das ganze Melken
auch deutlich länger gedauert, weil die Kühe nicht so schnell wie sonst
abgefertigt werden konnten, sondern immer noch die Milchprobe erst gescannt
werden musste, neue Becher angebracht werden mussten und dann erst die nächste
Seite gemolken werden konnte…
Die Milchproben wurden übrigens entnommen, um die Nährwerte
und Zusammensetzung der Milch zu ermitteln. Paul hat erklärt, dass verschiedene
Klienten unterschiedliche Zusammensetzungen lieber mögen, deswegen ist es am
besten, eine gesunde Mischung zu haben.
An diesem Montag fiel dann zum Glück das Nachmittagsmelken
aus und ich habe schön mein Buch weitergelesen.
Samstag, 16. September 2017
Veganer Zebrakuchen - ein Wochenende auf der Farm
Eine ganze Woche auf "unserer" Dairy Farm ist wieder um! Bis auf Dienstag, als wir stattdessen einen Nachmittag freigemacht haben, waren wir jeden Nachmittag Melken, haben ansonsten viel aufgeräumt und gewaschen.
Den anstrengensten Teil der Woche hat das Ausmisten der Kälbchenställe eingenommen, da waren wir drei Vormittage beschäftigt. Außerdem war ich (Caro) auf einem Schulausflug, während Leonie Trecker gefahren ist. Unsere Woche war also keinesfalls langweilig, sodass wir uns das Wochenende wirklich verdient haben :)
Trotzdem heißt das nicht, dass wir nichts tun, deswegen haben wir für das Wochenende einen schönen und leckeren Kuchen gebacken! Der Kuchen ist natürlich vegan, da ich mich ja vegan ernähre und weil wir der Familie auch zeigen wollten, wie lecker veganes Essen ist ;)
Wenn ein Kuchen nicht nur lecker schmeckt, sondern auch noch hübsch aussieht, ist der gemütliche Sonntagnachmittag gesichert! Deswegen fiel die Entscheidung auch nicht schwer, einen Zebrakuchen zu backen, der durch sein inneres Muster – wie ein Zebra einfach jeden überzeugt!
Der Kuchen ist sehr einfach dafür, dass er später so gut aussieht und wer den Kuchen nicht kennt, wird überrascht sein, wie das tolle Muster entstanden ist 😉
4 cups Mehl
1 1/3 cups Zucker
4 El Kakaopulver
2 Tl Natron
150 ml Öl
2 El Essig
500 ml Wasser
Prise Salz
Für alle anderen, die lieber Gramm-Angaben statt Cups benutzen:
Den anstrengensten Teil der Woche hat das Ausmisten der Kälbchenställe eingenommen, da waren wir drei Vormittage beschäftigt. Außerdem war ich (Caro) auf einem Schulausflug, während Leonie Trecker gefahren ist. Unsere Woche war also keinesfalls langweilig, sodass wir uns das Wochenende wirklich verdient haben :)
Trotzdem heißt das nicht, dass wir nichts tun, deswegen haben wir für das Wochenende einen schönen und leckeren Kuchen gebacken! Der Kuchen ist natürlich vegan, da ich mich ja vegan ernähre und weil wir der Familie auch zeigen wollten, wie lecker veganes Essen ist ;)
Wenn ein Kuchen nicht nur lecker schmeckt, sondern auch noch hübsch aussieht, ist der gemütliche Sonntagnachmittag gesichert! Deswegen fiel die Entscheidung auch nicht schwer, einen Zebrakuchen zu backen, der durch sein inneres Muster – wie ein Zebra einfach jeden überzeugt!
Der Kuchen ist sehr einfach dafür, dass er später so gut aussieht und wer den Kuchen nicht kennt, wird überrascht sein, wie das tolle Muster entstanden ist 😉
Für 1 Zebrakuchen (Springform, 24 Zentimeter) braucht ihr:
4 cups Mehl
1 1/3 cups Zucker
4 El Kakaopulver
2 Tl Natron
150 ml Öl
2 El Essig
500 ml Wasser
Prise Salz
Für alle anderen, die lieber Gramm-Angaben statt Cups benutzen:
400 g Mehl
300 g Zucker
40 g Kakaopulver
2 Tl Natron
2 El Essig
150 ml Öl, z.B. Rapsöl oder Sonnenblumenöl
450 ml Mineralwasser
1,5 Tl Vanilleextrakt
2 Prisen Salz
Optional:
100 g Puderzucker
3 Tl Kakaopulver
Mineralwasser
Zuerst muss der Ofen auf 170°C vorgeheizt werden. Dann
stellt ihr zwei Schüsseln für den Kuchen bereit und fettet schon einmal die
Kuchenform ein.
Dann geht es mit dem Teig los. Ganz wichtig – ihr bereitet ihn in zwei Schüsseln zu!
Dann geht es mit dem Teig los. Ganz wichtig – ihr bereitet ihn in zwei Schüsseln zu!
Die trockenen Zutaten kommen zuerst, ihr gebt also in jede
Schüssel 200g Mehl, 150 g Zucker, 1 Tl Natron und die Prise Salz. Dann gebt ihr
in EINE der Schüsseln das Kakaopulver, das hier wird der dunkle Teig. In die
andere Schüssel gebt ihr den Vanilleextrakt.
Das Ganze könnt ihr jeweils schon einmal ordentlich
durchmischen, dann geht es mit den anderen Zutaten weiter. Ihr gebt also in
jede Schüssel 75ml Öl und 1 El Essig, dann muss wieder ordentlich verrührt
werden. Zum Schluss kommt dann noch das Mineralwasser dazu, jeweils 225 ml.
Wichtig ist, dass ihr den dunklen Teig zuerst anrührt und dann bei dem hellen
eventuell weniger Mineralwasser dazugebt, damit die Konsistenz gleich ist. Dann
muss natürlich wieder alles ordentlich durchgerührt werden, sodass ihr bei
beiden einen schönen, glatten Teig habt.
Dann muss natürlich noch das Zebramuster in den Kuchen
kommen. Dafür müsst ihr den Teig nach und nach in die Backform geben. Ihr gebt
also zuerst zwei Esslöffel hellen Teig in die Mitte der Backform, danach tropft
ihr zwei Esslöffel dunklen Teig darauf. Als nächstes kommen wieder zwei
Esslöffel vom hellen Teig, dann wieder zwei Esslöffel vom dunklen Teig. Und das
alles so lange, bis der Teig alle ist.
Der Kuchen kommt dann für ca. 45 Minuten in den Ofen. Ganz
wichtig: macht die Stäbchenprobe!
Dann muss der Zebrakuchen nur noch abkühlen und ist dann
fertig.
Wer gerne noch eine Glasur haben möchte, so wie dieser Zebrakuchen hier
eine hat, verrührt ihr einfach den Puderzucker mit dem Kakaopulver und gebt dann
LANGSAM Mineralwasser dazu, sodass ihr eine streichfähige Masse bekommt. Passt
auf, dass ihr nicht zu viel Mineralwasser nehmt, sonst müsst ihr wieder mit
Zuckerguss auffüllen. Den Zuckerguss verteilt ihr gleichmäßig auf dem abgekühlten
Kuchen und lasst das Ganze dann trocknen.
Schneidet ihr den Kuchen dann an, sieht man von der Innenseite
das hübsche Zebramuster (hier war leider das Teigverhältnis nicht soo gut,
weswegen man das Zebramuster nicht ganz so gut sieht). Der Kuchen wird
garantiert jedem schmecken! Unserer Wwoofing-Familie hat er übrigens sehr gut geschmeckt!
Das Kleinkind war schneller fertig als alle anderen und hat nach mehr verlangt, Paul möchte, dass wir den Kuchen noch einmal backen und auch den anderen (und uns natürlich auch!) hat der Kuchen super geschmeckt :) Und das, obwohl wir Angst hatten, dass er fast verbrannt ist, deswegen war die Glasur eigentlich auch nur als Notlösung gedacht ;) Dadurch war der Kuchen aber nur noch besser.
![]() |
| Farmidylle mit leckerem Kuchen |
Guten Appetit!
Eure Caro
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wwoofing
Montag, 11. September 2017
Cape Reinga ganz im Norden
Der Ort, wo die Seelen der Toten den Absprung ins Jenseits
machen, der Ort, wo Tasman Sea und Pazifik zusammentreffen, der Ort, der der
nördlichste von ganz Neuseeland ist: das ist das Cape Reinga!
Es ist ein unglaublicher Anblick zu sehen, wie sich hier die Tasman Sea und der Pazifik ineinander vermischen. Aus dem Westen trifft die Tasman Sea auf den aus dem Osten kommenden Pazifik und es bilden sich viele weiße Schaumkronen. Man sieht förmlich, wie das Wasser durchmischt wird.
Vom Cape Reinga aus ging es dann wieder zurück Richtung Süden. Einen wichtigen Stopp gab es allerdings noch – die Te Paki Sand Dunes. Die riesigen Dünen erstrecken sich mitten im Land und wenn man sich daran macht, diese zu besteigen, fühlt es sich an, als wäre man in der Wüste.
Wer mag, kann sich von einem Händler Sandboards ausleihen – Surfboards auf denen man bäuchlings die Dünen herunter rutschen kann. Da hatte ich bei dem inzwischen feuchten Nieselregen aber wenig Lust drauf, genauso wie die Kinder und Leonie und wir sind nur auf eine der Dünen hinaufgestiegen und dann wieder runter.
Das Cape Reinga ist für die Maori ein symbolischer und
wichtiger Ort, weil sie glauben, dass dort die Seelen der Verstorbenen sich auf
die Reise in die Vergangenheit machen. Aber auch für alle anderen ist das Cape
Reinga ein ganz besonderer Punkt Neuseelands.
Es ist ein unglaublicher Anblick zu sehen, wie sich hier die Tasman Sea und der Pazifik ineinander vermischen. Aus dem Westen trifft die Tasman Sea auf den aus dem Osten kommenden Pazifik und es bilden sich viele weiße Schaumkronen. Man sieht förmlich, wie das Wasser durchmischt wird.
Die Wwoofing-Familie von Leonie und mir ist mit uns dort
hingefahren, weil es wirklich ein Must-See-Punkt von Neuseeland ist. Wir sind
fast drei Stunden zum Cape Reinga gefahren, zwischendurch waren viele Farmen zu
sehen, entweder mit Kühen oder mit vereinzelt Schafen, später allerdings immer
mehr.
Am Cape Reinga war es übrigens verdammt kalt. Ich war schon
froh, dass ich mich auf der Farm noch entschieden hatte, viel anzuziehen. Somit
hatte ich mich nach dem Zwiebelprinzip gekleidet und gefroren habe ich dann
kaum noch.
Für alle, die sich fragen, was ich angezogen hatte: zwei
Paar Socken, eine Leggins, eine Jeans, Top, Tshirt, Strickjacke, Sweatjacke,
Doppeljacke, Schal, zwei Stirnbänder, Handschuhe. So ließ sich der eiskalte
Wind dann auch aushalten 😉
Der interessanteste Punkt am Cape Reinga ist der Leuchtturm.
Allerdings ist der nicht am schönsten, wenn man direkt davor steht, sondern
eher, wenn man den kleinen Umweg macht und den Hügel besteigt. Von dort aus
kann man wunderbar auf den Leuchtturm hinunterschauen und hat einen tollen
Rundumblick.
Vom Cape Reinga aus ging es dann wieder zurück Richtung Süden. Einen wichtigen Stopp gab es allerdings noch – die Te Paki Sand Dunes. Die riesigen Dünen erstrecken sich mitten im Land und wenn man sich daran macht, diese zu besteigen, fühlt es sich an, als wäre man in der Wüste.
Wer mag, kann sich von einem Händler Sandboards ausleihen – Surfboards auf denen man bäuchlings die Dünen herunter rutschen kann. Da hatte ich bei dem inzwischen feuchten Nieselregen aber wenig Lust drauf, genauso wie die Kinder und Leonie und wir sind nur auf eine der Dünen hinaufgestiegen und dann wieder runter.
Auf dem Weg zu den Dünen hin und wieder zurück muss man
einen kleinen Fluss überqueren. Gerade als ich meine Schuhe auf der anderen
Seite wieder angezogen habe, kam plötzlich ein Bus herangefahren, der ohne zu
verlangsamen geradewegs auf den Fluss zugefahren ist. Dann ein Spritzer und der
Bus hatte den Fluss durchquert! Er war nämlich auf dem Weg zum 90-Miles-Beach,
der zwar vielleicht 90 Kilometer lang ist, aber keine 90 Meilen! Uns blieb der
Anblick dieses Strands leider verwehrt.
Einen kurzen Halt hat Paul dann noch am Hafen von Whangarora
gemacht. Außer einer Muschelfarm gibt es dort aber nichts zu sehen, man
verpasst also nichts, wenn man diesen kleinen Hafen auslässt.
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